Volvo S 60 AWD. Ein "intelligenter" Allrad-Antrieb verleiht dem Fahrer des S 60 ein unbezahlbares Gefühl.
WIEN. Es gibt wenig, das auf Wien verheerendere Auswirkungen hat als Schnee. Zwar freut sich jeder über den weißen Mantel, der sich sanft über die Stadt legt; aber spätestens wenn man ins Auto steigt, ist es mit der friedlichen Stimmung vorbei.
Ein Unfall an einem Montag um 7.15 Uhr auf der Südosttangente ist gegen einen Zentimeter Schnee ein Witz: Denn 50 Prozent der Wiener Autofahrer sind mit Sommerreifen unterwegs; 40 Prozent haben zwar Winterreifen, glauben aber, damit genauso wie auf trockener Straße fahren zu können. Und der Rest ist die berühmte Ausnahme, die die Verkehrschaos-Regel bei Schneefall bestätigt.
Man kann natürlich leicht spotten, wenn man mit einem Volvo S 60 AWD unterwegs ist (noch dazu mit Winterreifen). Wie auf Schienen zieht der Allrad an den rutschenden, sich querstellenden, mit durchdrehenden Reifen kämpfenden Autos vorbei. Und gerät man selbst einmal mit zwei Rädern auf einen eisigen Abschnitt der Fahrbahn, dann reagiert der "intelligente" Allradantrieb: Er verteilt die Kraft so auf die vier Räder, daß man nie in die Verlegenheit kommt, ebenfalls aus der Spur zu geraten.
Mit dem neuen Allradantrieb beschreitet Volvo Neuland. Denn eigentlich ist der AWD (All-Wheel-Drive) ein Vorderrad-Antrieb. Registriert der Computer, daß die Vorderräder Haftung verloren haben, dann wird Antrieb auch auf die Hinterräder gegeben. Der neuartige elektronisch geregelte Allradantrieb wurde mit einem der Pioniere in Sachen 4WD entwickelt, dem schwedischen Unternehmen Haldex.
Um das Fahrzeug sicher auf der Straße zu halten, steuert der Computer nicht nur den Allradantrieb, sondern auch die Stabilitäts- und Traktionskontrolle und die Fahrdynamik-Regelung. Das Ergebnis bei einem rasanteren Test auf verschneiten Feldwegen in Niederösterreich: Man muß sich schon sehr bemühen, um den Volvo aus der Spur zu bringen. Cooles Driften um die Kurve ist nicht drinnen.
Sonst bietet der S 60 all das, was man von einem Mittelklasse-Volvo erwartet: Jede Menge Airbags (Kopf- und Schulter-Airbag, Seitenaufprall-Airbag); das Schleudertrauma-Schutzsystem (Sitz bewegt sich rückwärts, um einen Aufprall auf das Heck abzufangen); und eine äußerst widerstandsfähige Fahrgastzelle mit Verstärkungen. Auch in punkto Ausstattung läßt der S 60 kaum Wünsche offen: beheizbare Außenspiegel, eine Fußraumheizung auf der Hinterbank, Sitzheizung.
Mit dem 200-PS-Motor fährt sich der S 60 AWD elastisch aber trotzdem sportlich. Das Fahrwerk ist nicht zu hart, die Kurvenstabilität ist hervorragend. Und das Gefühl, an im Schnee steckengebliebenen Wienern vorbeizuziehen, ist unbezahlbar . . .