Bei diesem SUV aus Korea werden selbst vernünftige Städter schwach

Kia Sorento. Würde nichts für das Sport Utility Vehicle sprechen, dann müßte man allein wegen des Preises zuschlagen. Es spricht aber einiges für den Koreaner.

WIEN. Manchmal würde man lieber in den Tiroler Bergen oder den oberösterreichischen Hügellandschaften wohnen, als in Wien. Etwa dann, wenn man das erste Luxus-SUV (Sports Utility Vehicle) von Kia fährt. Was tut man damit in der Stadt - außer angeben? Nicht einmal im Winter hat es in Wien genügend Schnee, um die Fähigkeiten eines SUVs auszureizen.

Die Nachfrage ist aber da - auch in der flachen Bundeshauptstadt -, also wird angeboten: BMW hat einen X 5 im Programm, Mercedes seine M-Klasse, Lexus den RX 300, Porsche bringt demnächst seinen Cayenne heraus und Audi arbeitet angeblich fieberhaft an einem SUV. Die Off-Roader mit der Eleganz, dem Komfort, und dem Fahrspaß einer Limousine sind eine Zukunftshoffnung des darniederliegenden Automarkts. Was allerdings viele vor den Fun-Cars zurückschrecken läßt, ist der astronomische Preis.

Damit ist es jetzt vorbei: Kia mischt mit seinem Sorento den Markt für SUVs ordentlich auf. Um weniger als 30.000 € kann man einen bulligen, luxuriösen Geländewagen sein eigen nennen. Trotz des Preises muß man kaum Abstriche hinnehmen: Der Sorento sieht schön aus, das Styling macht ihn zu einem "Hingucker". Die markante Frontpartie mit ihrer V-förmig zulaufenden Motorhaube, die wuchtigen Stoßfänger und die Breite von 1,86 Meter verschaffen dem Koreaner einen respektvollen Auftritt. Innen ist er solide und ordentlich verarbeitet, die Güte der Materialien reicht sogar an die deutsche Konkurrenz heran. Die Ausstattung umfaßt Klimaanlage, sechs Airbags, Alufelgen, Sitzheizung und Tempomat.

Zugeständnisse an den europäischen Markt hat man beim Fahrwerk gemacht: Porsche hat es überarbeitet und härter abgestimmt (auch wenn das wahren Off-Road-Fans noch immer zu weich ist). Damit erreichte man u. a. auf der Autobahn einen ruhigeren Geradeauslauf. Die Laufruhe setzt sich bei der Lautstärke fort: Außer einem dezenten Brummen hört man selbst bei höheren Geschwindigkeiten nichts vom Diesel. Das 2,5-Liter-Commonrail-Aggregat arbeitet kraftvoll, will man im Gelände besondere Zugkraft, läßt sich per Drehschalter eine Geländeuntersetzung zuschalten.

Fürs Wochenende auf der Alm kann man angemessen zuladen: 441 Liter, bei umgelegter Hinterbank 1751 Liter. Dazu kommen 33 Ablagefächer und drei Zwölf-Volt-Anschlüsse.

Insgesamt läßt das Angebot auch vernünftige Städter schwach werden. Und eigentlich reicht ja die Steigung der Krottenbachstraße, um ein Argument für den Kauf des Sorento zu haben.

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