Kulinanrium: Ebenerdiger Wolkenkratzer

Das Restaurant heißt nach Nestroy „Zu ebener Erde und im ersten Stock“. Gekocht wird freilich auf höchstem Niveau. Kulinarisch betrachtet ist die Biedermeier-Lokalität längst ein Wolkenkratzer.

Die Riege der gutbürgerlichen Restaurants in Wien, die auf höchstem Niveau aufkochen, ist nicht so lang wie man meinen möchte. Eine Adresse steht seit Jahren beharrlich drauf: „Zu ebener Erde und im ersten Stock“. Die Familie Meznik bewirtschaftet das architektonische Biedermeier-Kleinod am Spittelberg seit langem liebevollst und freut sich auch über eine treue Stammklientel. Wann immer man ihr einen Besuch abstattet, genießt man die vorzügliche Küche und das vom Hausherrn gekonnt betreute, gute (und vornehmlich österreichische) Weinangebot. Hier gehen die optischen Erinnerungen an die „gute alte Zeit“ mit den kulinarischen D©j -vu-Erlebnissen eine bemerkenswerte Partnerschaft ein.

Auf der Speisenkarte stehen nämlich ausschließlich Variationen und kreative Weiterentwicklungen heimischer Klassiker, die man hier mit großer, offenbar  nie versiegender Phantasie erstellt und perfekt auf den Tisch bringt.

Alle zwei Wochen wechselt die Karte. So schaltet man derzeit gerade von Spanferkeln und Steinpilzen auf Spezialitäten rund um den Fasan um. Da locken dann Carpaccio von der Fasanenbrust, geröstete Fasanenleber mit Weichselessig oder eine gefüllte Fasankeule. Wir verkosteten zuletzt – noch im Zeichen des Spanferkels – eine Edelversion von der steirischen Klachelsuppe und eine Variationenreihe, die zwar „Bauernschmaus light“ hieß, aber exzellente Bratenstücke und eine herzhafte Minibratwurst vom Ferkel präsentierte. Gar nicht so deftig, doch extrem schmackhaft.

Wer mag, kann hier übrigens auch mittags aus einem ebenso raffinierten Angebot aus Reisfleisch, Kavalierspitz oder gebratenem Welsfilet wählen …

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