Das klassische wiener Beisel ist beinahe ausgestorben. Aber manche Gastronomen schaffen es, dem autochthonen Wirtshausstil neue, zeitgemässe, doch gemütliche Varianten abzutrotzen.
Es ist wirklich ein Traditionslokal. „Beim Novak“ speiste man schon in den dreißiger Jahren gut. Da hatte das Gasthaus noch einen anderen Namen, war aber schon eine erste Adresse für wienerische Gastlichkeit an derselben Adresse.
Seit Ende der siebziger Jahre hat man das Haus nach den damaligen Besitzern Johanna und Georg Novak „Beim Novak“ benannt. Dabei ist man geblieben. Mittlerweile gab es zwar einige Durststrecken. Nun aber ist der „Novak“, rundum erneuert, wieder groß da.
Man hat es geschafft, zeitgeistige Strömungen der Küche und des Ambientes mit der heimischen Tradition zu vermählen und bietet nun, anknüpfend an die rühmliche Vergangenheit Hausmannskost – und viel mehr als das. Aber so, daß Schnitzel und Trüffelnudeln harmonisch nebeneinander ihr Leben auf der Speisekarte fristen.
So findet der Stammgast sein „Szegediner Krautfleisch“ und das halbe ausgelöste Backhendl neben einem deliziösen Wangerlgulasch mit Jungzwiebeln in Zweigeltsaft. Er kann freilich auch die feinsinnigen Trüffelteigtascherl und den Weidelammrücken mit Laucherdäpfeln in Balsamicosauce mit Gemüse genießen.
Ihre Höhepunkte erreicht die Küche „Beim Novak“ bei Klassikern wie „Dreierlei Gebackenes mit Vogerl-erdäpfelsalat“, wobei die alte Tradition, Schweine-, Puten- und Hühnerschnitzel in Butterschmalz herauszubacken, mit Liebe gepflegt wird. Keine Kunst? Vielleicht doch, wenn man bedenkt, daß die wienerischen kulinarischen Traditionen langsam, aber sicher auszusterben drohen. „Beim Novak“ feiern sie, vernünftig „aufgebessert“ durch trendige Zutaten, fröhliche Urständ.
„Beim Novak“
1070 Wien, Richtergasse 12 Tel: 01/523 32 44 Vorspeisen:  5,50 bis  9,-
Hauptgerichte:  10,50 bis  18,-