Das Museumsquartier hat sich längst zum Publikumsmagneten entwickelt – auch die Restaurants sind gut frequentiert. Eines hat als Nachzügler eröffnet; und freut sich schon über Mundpropaganda in der Szene.
Una Abraham hat das jüngste der Restaurants im Wiener Museumsquartier eröffnet. Dem Umfeld entsprechend, ist es schick und mit Understatement eingerichtet. Es trotzt dem grauen Koloß nebenan mit kühler – richtiger: cooler – Atmosphäre, südeuropäische und nordafrikanische Fliesendekors schmücken das sonst unverputzte Ziegelgemäuer. Man sitzt auf simplem, modischem Zweckmobiliar.
So signalisiert man dem Gast, daß es hier insgesamt nicht um Äußerlichkeiten geht, daß er sich zwischen dem Kunstgenuß hier ganz unabgelenkt aufs Essen konzentrieren darf.
Die weltgewandte Küchenchefin nimmt aber auch darauf Rücksicht, daß die MQ-Klientel vom vielen Kunst-Schauen hungrig geworden sein könnte und tischt prinzipiell das auf, was man hierzulande „gÂ’sunde Portionen“ nennt. Das gilt für heimische Klassiker wie Rindsgulasch oder BlunzÂ’n-Gröstel genauso wie für Feinnervigeres vom Osso bucco mit Polenta bis zum Chicor©e mit Erdäpfelgratin. Man wird hier satt – und freut sich über die geschmackliche Feinabstimmung der Kreationen.
Selbst die eingangs servierte Hühnerleberpastete, herbwürzig, wie sichÂ’s gehört, leidet nicht an Minimalismus. Im Gegenteil, sie macht einen schwachen Esser bereits so satt, daß er danach für köstliche Bandnudeln mit Trüffelbutter kaum mehr Platz zu haben meint. Amüsant, daß hie und da die austriakischen Gewohnheiten mit internationalen Gebräuchen eine reizvolle Union eingehen – etwa wenn die Shiitakepilze la Creme mit Serviettenknödel serviert werden. Vor dem dicken Dessert-Brownie kann man ja zur Verdauung schnell ein paar Bilder „konsumieren“ ...
„una’s“
1070 Wien, Museumsplatz 1 Tel: 01/523 65 66 Vorspeisen: Â 3,30 bis 6,50,
Hauptgerichte: Â 7.- bis 11,-