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Johann Feilacher: Was ich lese

Johann Feilacher, Bildhauer und Leiter des Hauses der Künstler in Gugging.

Vom Augenmaß überwältigt bin ich, wenn ich Georg Paulmichls gleichnamiges Buch (Haymon Verlag, Innsbruck) immer wieder einmal in die Hand nehme. Seine Kurztexte und Gedichte sind absolut treffend und durchleuchtend. Er ist in der Lage, mit wenigen Worten eine Analyse seines und auch unseres Lebenskreises zu vermitteln. Ich komme immer wieder ins Schmunzeln, sooft ich dieses Werk Paulmichls oder eines seiner früheren Bücher zur Hand nehme.

Besonders zur Urlaubszeit oder in wenigen Mußestunden lese ich gerne Krimis. Andrea Camilleri hat es geschafft, Kriminalgeschichten zu schreiben, die besonders witzig und amüsant sind. Die sizilianische Oper (Piper Verlag, München) ist ein solcher Krimi, der gleichzeitig Revolution mit Leichtigkeit inszeniert und uns die Mentalität der Sizilianer - aber auch die des Restes der Erdbevölkerung - zeigt.

Das kleine sizilianische Dorf als Zentrum der Welt wird in einer Leichtigkeit und Klarheit der Sprache in einen Kriminalfall verwickelt, von dem die Hälfte der Bevölkerung betroffen ist.

Das Amüsement der Beschreibung hebt das eigentliche Verbrechen fast auf und relativiert Ursachen - vielleicht auch Folgen. Auch die anderen Krimis Camilleris haben ihn in Italien mit Recht zum Bestsellerautor gemacht.

Ein sehr schönes, wenn auch etwas ernsteres Buch ist David Gutersons Östlich der Berge. Wie schon in Schnee, der auf Zedern fällt (beide Berlin
Verlag, Berlin) ist Guterson auch hier ein begnadeter, sensibler Erzähler, der einen krebskranken Chirurgen zurück an die Stätten seiner Jugend bringt, wo er seinem Leben ein Ende setzen will. Die Reise bringt den Arzt jedoch wieder - zumindest tempo-rär - in ein für ihn genußvolles Leben zurück.

Auch dies ein Buch, das wie sein Vorgänger den Pulitzer-Preis verdienen würde. [*]