Punsch statt Festessen, billigere Grußkarten und ein bißchen Wohltätigkeit

Bei Weihnachtsfeiern und Firmengeschenken geht es in diesem Jahr weniger großzügig zu als im Vorjahr.

WIEN (mk/ub). "Die großen Feste mit Lachs und Champagner, die gibt es nicht mehr", erzählt Hermann Prilisauer, Fachgruppenvorsteher der Wiener Gastronomen. Seinen Beobachtungen zufolge wird heuer bei den Firmenweihnachtsfeiern gespart. "Es gibt oft nur ein Menü, teurere Getränke müssen von den Mitarbeitern häufig selbst bezahlt werden", sagt Prilisauer. Die Zahl der Weihnachtsfeiern liege zwar auf dem Vorjahresniveau, aber es würden weniger Leute mitfeiern. "Wir haben bei den Feiern in Wien 50 Prozent weniger Teilnehmer", erzählt Peter Peer, Geschäftsführer der Mercure Hotels. Vor allem Betriebe ab 100 Mitarbeiter hätten ihre Feierlust reduziert.

In den Unternehmen selbst wird der Sparkurs nur teilweise bestätigt: Man habe im heurigen Jahr nur das Weihnachtsessen für die Pensionisten gestrichen, teilt der Unternehmenssprecher der Austrian Airlines mit. Ansonsten werde bei Weihnachtsaktionen nicht der Rotstift angesetzt - trotz wirtschaftlicher Turbulenzen.

"Bei uns wurde die Versendung von Weihnachtsgeschenken zurückgeschraubt", meint Wienerberger-Sprecher Thomas Melzer. Auch bei den Weihnachtskarten spare man. "Wir versenden heuer Unicef-Karten. Die sind billiger als selbst gedruckte, und man spendet gleichzeitig auch noch Geld." Bei den Weihnachtsfeiern gebe es jedoch den gleichen Rahmen wie im Vorjahr. "Aber die Feiern waren bei uns nie besonders großartig."

Keine Geschenkexzesse

"Wir wollen wegkommen von den Geschenkexzessen der vergangenen Jahre", meint Bawag-Sprecher Dieter Pietschmann. Daher habe sich die Bank entschlossen, statt dessen einen Betrag an die Hilfsaktion "Licht ins Dunkel" zu spenden. Die Weihnachtsfeier für Mitarbeiter werde jedoch stattfinden wie bisher.

Auch die Uniqa-Versicherung braucht heuer offenbar nicht zu sparen. "Bei uns bleibt alles beim alten. Die einzelnen Abteilungen erhalten einen Geldbetrag und machen ihre eigene Weihnachtsfeier", meint Unternehmenssprecher Reinhard Hübl. Mitarbeiter-Zuckerl zum Jahresende hätte es ohnedies nie gegeben. Als Weihnachtsgeschenk für die Kunden sei wie in vorangegangenen Jahren eine Aufnahme mit den Jungen Philharmonikern vorgesehen, außerdem Bücher und individuelle Geschenke.

Anders als die Mobilkom, die im heurigen Jahr gar ein Fendrich-Konzert für ihre Mitarbeiter ausgerichtet hat, will man beim Festnetzanbieter UTA sparen. "Wir haben Weihnachten früher mit großen Events gefeiert, in diesem Jahr gibt es ein Get-together beim Punsch", kündigt UTA-Sprecher Martin Halama an. Das für Kundengeschenke eingeplante Budget in Höhe von etwa 10.000 € (137.600 S) werde man heuer zur Gänze für eine neue Initiative des Verein der Krankenhaus-Clowns "Rote Nasen" spenden.

In Österreich dürfen Unternehmen ihren Mitarbeitern Geschenke (nicht Geld) im Wert von maximal 2550 S (185,32 €) steuerfrei überreichen .

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