Kinderleicht: Die Jugend und der Euro

Verschiedene Aktionen von Schulen und Banken sollen aus Kindern Euro-Superstars machen.

WIEN. In der Volksschule Stubenbastei wissen auch die Jüngsten schon etwas mit der neuen Währung anzufangen. "Der Euro ist ein Geld, das anders aussieht wie der Schilling", weiß Daniel, 7, und zeigt stolz seine Zahnlücken. Über Geld, so sagt der Kleine, wisse er genau Bescheid, denn immerhin "kauf' ich oft das Essen ein".

Die Viertklassler tüfteln indessen an kompliziert anmutenden Umrechnungsbeispielen. "Das ist alles ganz einfach", meint der neunjährige Nicki cool. Und falls doch Zweifel auftreten sollten, behelfen sich die Kinder mit selbstgebastelten Lösungskärtchen, die auf einer Seite die Euromünzen- und scheine zeigen und auf der anderen Seite den jeweiligen Wert in Schilling.

Damit auch der Nachwuchs mit dem Euro umzugehen weiß, wurde eine Vielzahl von Aktionen gestartet. Vor allem die österreichische Nationalbank (OeNB) engagiert sich stark für die Aufklärung der Kleinen: An 1800 Gymnasien, Haupt- und Handelsschulen wurden Broschüren für Schüler ab zehn Jahre geschickt. Europaweit können sich Volksschüler um den Titel "Euro-Superstar" bewerben, indem sie Fragen zum Euro beantworten - und Fortuna ein wenig nachhilft. Wim Duisenberg, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), wird am 31. Dezember an zwei "Superstars" pro Euroland Laptops überreichen.

Seit Semesterbeginn wird die Nationalbank von Schülern schier überrannt. "Unsere Führungen sind bis Weihnachten komplett ausgebucht," erzählt Christina Lerner, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit. Pro Tag werden zwei Schulklassen durch die heiligen Hallen der OeNB geschleust, nur die Gelddruckerei sei für die Kinder aus Sicherheitsgründen tabu.

Auch der Verein für Konsumenteninformation (VKI) will Kindern und Jugendlichen den Einstieg in die neue Währung erleichtern und setzt dabei auf multimediale Hilfe. "Die neuen Medien sind das einzige Mittel, mit denen man Kinder erreichen kann," glaubt Marketingleiterin Eva Kolber. Auf einem Video läßt ORF-Star Thomas Brezina Kinder um den Euro rätseln. Ein auf CD-ROM gebrannter Alex Krause führt Jugendliche durch 14 Spielrunden. Erreichen die Kids erfolgreich das nächste Level, belohnt sie "Mister Money Maker" Krause mit einem Eurosegen.

Bei der Jugend kommt die Euroaufklärung jedenfalls gut an: Die Videos gingen weg wie die warmen Semmeln. Von den 65.000 CD-Roms warten nur noch einige wenige auf wißbegierige Euro-Player.

www.euro.ecb.int

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