Kasinos sind die ersten "Wechselstuben" der Euro-Silvesternacht

Einen Besucheransturm erwartet Casinos-Austria-Chef Leo Wallner in der Nacht auf 1. Jänner.

WIEN (per). Die Silvesternacht läuft im Kasino immer gut. Doch heuer rechnet die Casinos Austria AG (Casag) mit einem besonderen Besucheransturm. "Wir sind der erste und wahrscheinlich einzige Betrieb Österreichs, der bereits in der Silvesternacht Euro ausgibt", sagt Casag-Chef Leo Wallner am Mittwoch vor Journalisten. "Um dafür gerüstet zu sein, halten wir dreimal soviel Wechselgeld wie üblich bereit." Schon eine Minute nach Mitternacht können die Gäste an den Casino-Kassen ihre Jetons in Euro umtauschen. Bis Ende Februar werden Schilling und Euro parallel geführt.

Etwa 1700 Mitarbeiter sind während der Silversternacht in den zwölf österreichischen Kasinos beschäftigt. Auch im Spielbetrieb kommt es zum Euro-Umtausch: Alle Jetons werden in der Neujahrsnacht von Schilling auf Euro umgestellt. Die neuen Jetons haben Werte von 1, 2, 5, 10, 20, 50, 100, 500, 1000, 5000 und 10.000 Euro. Ein 5er-Jeton und ein Sonder-Jeton im Wert von 10 € sind durch eine Sondergenehmigung der Nationalbank ab sofort in den Kasinos erhältlich. Insgesamt wurden Jetons im Nominalwert von 400 Millionen Schilling (29 Mill. €) umgetauscht.

Wallner erwartet sich durch den Euro Umsatzzuwächse vor allem durch die größte Besuchergruppe, die Italiener und Deutschen. "Bisher haben die Gäste nur so viel Schilling dabei gehabt, wie sie geglaubt haben auszugeben." Immerhin stammen rund die Hälfte der Umsätze von Euro-Ausländern. Für die Casag bringt der Euro damit auch Einsparungen im Wechselgeschäft. Doch anfangs fallen auch Kosten an. Insgesamt müssen 100 Millionen Schilling (7,3 Mill. €) für die Umstellung vom Schilling auf Euro ausgegeben werden.

Mit der Umstellung erhöhen sich Mindesteinsätze und damit auch Gewinnchancen um mehr als ein Drittel (38 Prozent): Statt mindestens 20 Schilling (1,45 €) müssen am Tisch ab nächstem Jahr mindestens zwei Euro (27,52 S) beziehungsweise 20 Euro (275,21 S) statt bisher 200 Schilling eingesetzt werden.

Probleme bei Automaten

Anders als bisher werden die Automaten nach der Euro-Umstellung nur mehr Spielgeld und Banknoten, aber keine Euro-Münzen annehmen. Grund dafür sind die länderweise unterschiedlich gestalteten Rückseiten der Münzen, die bei den Automaten zu Problemen führen könnten.

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