Die Bundesregierung klopft sich knapp vor der Euro-Umstellung auf die Schulter: Die "maximale Vorsorge" habe gegriffen.
WIEN (ki). Die Euro-Bargeld-Einführung wird zu keiner Teuerungswelle führen; die "maximale Vorsorge" der Regierung habe voll gegriffen: Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer zogen am Dienstag nach dem Ministerrat eine positive Bilanz. Die Installierung einer Preiskommission habe vereinzelte versuchte Preiserhöhungen offensichtlich im Keim erstickt. Riess-Passer: "Die Überwachung hat zu Preisdämpfungen geführt."
In 95 Prozent aller im Handel verwendeten Artikel sei es zu keinen Preisveränderungen gekommen, berichtete Schüssel. Lediglich in 1,5 Prozent der Fälle seien Erhöhungen festgestellt worden, in 3,3 Prozent der Fälle seien Preise sogar gesenkt worden. Insgesamt wurden 1250 Anfragen und Beschwerden an die Kommission herangetragen.
Auch der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Klaus Liebscher, zeigte sich mit dem Stand der Vorbereitungen zufrieden. Die Verteilung der Münzen und Scheine an die Geldinstitute sei praktisch abgeschlossen; auch der Rücklauf der Münzen liege im Plan. Insgesamt sind rund sechs Milliarden Schilling- und Groschen-Stücke im Umlauf, man erwarte allerdings nur einen Rücklauf von knapp der Hälfte der Münzen. Bisher seien - auch durch Spendenaktionen - bereits 800 Millionen Münzen vorzeitig "eingelöst" worden, so Liebscher.
Am kommenden Samstag werden nun auch die österreichischen Konsumenten erstmals Euro-Münzen in den Händen halten (Unternehmen konnten die sogenannten Startpakete bereits früher erwerben): Sechs Millionen Münz-Startpakete im Gegenwert von 200 Schilling (eine Mischung aus 33 Euro-Münzen) werden ab diesem Stichtag in Postämtern und Banken in ganz Österreich verkauft.
Neben den vorgefertigten Startpaketen können Konsumenten zusätzlich beliebige Mengen an Euro-Münzen erwerben. Ihre Gültigkeit als Zahlungsmittel erlangen die Geldstücke allerdings erst am 1. Jänner 2002 um null Uhr. Euro-Banknoten werden überhaupt erst ab diesem Zeitpunkt erhältlich sein.
Die Euro-Umstellung wird auch auf den musikalischen Höhepunkt des Jahreswechsels, das Neujahrskonzert, abfärben: So wird EU-Kommissionspräsident Romano Prodi zu den prominenten Gästen zählen, auch die Musik werde "im Zeichen der neuen Währung" stehen, sagte Schüssel.