Notenbank fürchtet beim Euro-Wechsel DM-Blüten

Die Bargeld-Einführung läuft reibungsloser als erwartet, meint die Notenbank.

WIEN (ju). Die Euro-Bargeldverteilung hat reibungslos begonnen, aber ein bißchen fürchtet sich die Oesterreichische Nationalbank jetzt vor dem Umtausch in den Nachbarländern. In den angrenzenden Reformstaaten sind nämlich, so Notenbank-Direktor Wolfgang Duchatczek im Gespräch mit Journalisten, rund 20 Milliarden D-Mark in Umlauf. Ein Drittel der gesamten im Ausland befindlichen D-Mark-Menge und umgerechnet fast so viel wie die gesamte umlaufende Schilling-Menge.

Die D-Mark aus dem Osten würden zu eine relativ großen Teil über österreichische Banken fließen. Ganz einfach deshalb, weil die Österreicher in Osteuropa äußerst erfolgreich expandiert hatten und fast überall vertreten sind.

Die schiere Menge wäre noch kein Problem, weil es Vereinbarungen mit der Deutschen Bundesbank über die rasche Rückführung der Scheine nach Deutschland gebe. Aber: In Osteuropa sind in jüngster Zeit "erstklassige" (Duchatczek) D-Mark-Fälschungen aufgetaucht. Diese gefälschten 100-, 500- und 1000-Mark-Scheine würden mit hoher Wahrscheinlichkeit teilweise bei Töchtern österreichischer Banken getauscht werden - "und das könnte schon eine gewisse Größenordnung erreichen", meint Duchatczek.

Ansonsten laufe die Euro-Bargeldeinführung hervorragend, meint der Nationalbankdirektor. Bei der Auslieferung des Geldes an die Banken ("das größte Logistik-Projekt der Geschichte") habe es in Österreich - im Gegensatz zu einigen anderen Euro-Ländern - keinerlei Probleme gegeben.

Der Run auf die Münz-Startpakete am vergangenen Wochenende habe gezeigt, daß die Akzeptanz der Europa-Währung viel größer sei als angenommen. Auf Euro-Scheine muß die Bevölkerung noch ein wenig warten: Die sollen erst ab 1. Jänner 2002, null Uhr, verfügbar sein. In der Praxis freilich schon ein paar Stunden früher. Denn die Bankomaten, die in der Neujahrsnacht mit Euro-Scheinen im Wert von umgerechnet 25 Milliarden Schilling gefüttert werden, können nicht innerhalb einer Minute umgestellt werden.

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