Börsen. Aktien kommen wieder stärker in Mode, nachdem Experten in den vergangenen Monate zu sicheren Werten wie Anleihen geraten haben.
WIEN (schell/mk). "Vielleicht haben sich die Börsen nach den Anschlägen in den USA zu kräftig erholt - wenn man die aktuelle Wirtschaftslage betrachtet", sagte Monika Rosen, Bereichsleiterin Research der Asset Management der Bank Austria. Sie hält es für möglich, daß die Börsen noch einmal kräftig zurückfallen könnten. Dennoch hat die Bank Austria in ihrem Musterportfolio ihre Aktienquote wieder von 37 auf 40 Prozent erhöht.
Von der Konjunktur unabhängige - sogenannte defensive - Sektoren wie etwa die Pharmabranche hätten ihre guten Jahre gehabt, meint Rosen. In den nächsten sechs bis neun Monaten rät sie zu Zyklikern - vor allem zu Autoproduzenten wie General Motors und Finanzdienstleister wie Citigroup und Merrill Lynch. Allerdings sei die Entwicklung von der Erholung der US-Wirtschaft abhängig.
Die Erste Bank hat in ihrer aktuellen Aktienanalyse den Fokus auf heimische Werte sowie auf Titel aus zwei Nischenmärkte gelegt. Dabei haben die Experten der Ersten von 22 untersuchten Titeln acht zum Kauf empfohlen. In dieser Liste finden sich Andritz (Maschinen- und Anlagenbau, Wiener Börse), Böhler Uddeholm, Voest Alpine (beide Stahl, Wiener Börse), OMV (Mineralöl, Wien), Pankl Racing Systems (Maschinenbau, Wien), Adcon Telemetry (Funkdatenübertragung, Neuer Markt).
"Alternative" im Trend?
Neben der Bewertung österreichischer und mitteleuropäischer Spitzenwerte wird die Erste künftig noch zwei Sektoren stärker unter die Lupe nehmen: Den Bereich Alternative Energieträger und Consumer Electronics. In beiden Sektoren würden sich enorme Chancen für Investoren ergeben. Bei den Alternativen hält die Erste die Windkraft für den Wachstumsmarkt schlechthin. Auf der Liste der Empfehlungen findet sich etwa die deutsche Plambeck (Neuer Markt), die Windparkanlagen projektiert. Das Kurspotential der Aktie liege in den kommenden neun bis zwölf Monaten zwischen 50 und 60 Prozent, so die Erste.
Bei Consumer Electronics hält die Erste große Stücke auf den Notebook-Hersteller Gericom (Neuer Markt). Die Titel des Linzer Tech-Unternehmens sind nach Ansicht der Ersten niedrig bewertet, zudem gilt Gericom sowohl im Produkt- als auch im Vertriebsbereich als besonders innovativ. Ebenfalls auf Kauf gesetzt wurde die Medion AG (Neuer Markt), ein Vermarktungsspezialist im Segment Consumer Electronics.