Grünbichler und Pribil leiten neue Finanzmarktaufsicht

Die Vorstandssuche war nicht einfach, letztlich kamen aber die logischen Kandidaten zum Zug.

WIEN (dom/apa). Der eine ist Uni-Professor, der andere kommt aus der Notenbank: Andreas Grünbichler (37) und Kurt Pribil (44) leiten künftig die Finanzmarktaufsicht (FMA). Grünbichler wurde vom Finanzminister, Pribil von der Nationalbank vorgeschlagen. Die offizielle Bestellung erfolgt durch den Bundespräsidenten. In der neuen Allfinanzaufsicht, die am 1. April 2002 startet, werden Banken-, Versicherungs-, Pensionskassen- und Wertpapieraufsicht zusammengefaßt.

Die Suche nach den neuen Aufsehern verlief Gerüchten zufolge nicht ganz einfach. So stand Grünbichler, der nun über Vorschlag des Finanzministers zum Zug kam und den von Teilen der ÖVP forcierten Peter Takacs (FGG) aus dem Feld schlug, ursprünglich nicht auf der Shortlist, die von der Personalberatungsfirma Neumann erstellt wurde. Die Vorauswahl wurde aber dann doch noch um Grünbichler erweitert. Auch bei der Gage für die neuen Aufseher dürfte man nachgebessert haben. Sie wurde von geplanten 1,8 auf 2,2 Mill. S jährlich aufgestockt, heißt es.

Grünbichler war nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Uni Graz von 1987 bis 1991 als Universitätsassistent tätig. Ab 1992 war er Gastprofessor an der University of California in Los Angeles. Im Herbst 1995 wurde er Ordinarius für Finanzmarktforschung an der Uni St. Gallen, wo er auch jetzt wieder lehrt. Grünbichler pendelt derzeit zwischen St. Gallen und Wien: Er ist seit August mit ZiB-2-Moderatorin Ingrid Thurnher verheiratet. Von 1. Jänner 2000 bis Ende März 2001 war er Vorstand in der Steiermärkischen Sparkasse; er soll sich dort als schwierige Persönlichkeit nicht nur Freunde gemacht haben.

Kurt Pribil studierte in Wien Betriebswirtschaft und trat 1982 in die Nationalbank ein. 1991 bis 1999 war er wirtschaftspolitischer Berater von Wirtschaftsminister bzw. Vizekanzler Wolfgang Schüssel. 1999 kehrte er wieder in die Notenbank zurück und leitet dort die Abteilung für die Analyse wirtschaftlicher Entwicklungen im Ausland.

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