Milliarden für das Budget: Stadt Wien verkauft ihre Immobilien

Die Holding Neu wurde jetzt gegründet. Sie soll künftig auch alle Immobilien der Stadt, inklusive Gemeindewohnungen, verwalten.

WIEN. Das Wiener Budget scheint auf Jahre saniert. Denn die Stadt will alle ihre Immobilien - Häuser und Grundstücke - verkaufen. Käufer wird eine ausgelagerte Verwaltungsgesellschaft sein, die aber im Besitz der Stadt Wien sein wird. Dies erklärte Finanzstadtrat Sepp Rieder (SP) am Donnerstag im Gespräch mit der "Presse".

Die Umorganisation erfolgt im Rahmen der Holding Neu. Wie berichtet, haben Stadt Wien und Bank Austria am 21. September die Wiener Holding, an denen beide Anteile hielten, aufgeteilt. Alle privatwirtschaftlich geführten Betriebe, die früher im Besitz der Stadt waren (etwa die Stadthalle, die Vereinigten Bühnen Wien oder das Jüdische Museum) werden in der Holding Neu zusammengefaßt. Die Stadt trat dafür ihren 21-Prozent-Anteil an der alten Holding an die Bank ab.

In der Holding Neu will Rieder nun die Immobiliengesellschaft gründen, die nach Vorbild der Bundesimmobiliengesellschaft organisiert sein wird. Die Stadt verkauft dieser ausgelagerten Gesellschaft ihre Häuser und Grundstücke und mietet sie dann - "je nach Bedarf" - wieder zurück. Um wie viele Milliarden Schilling es bei diesem Deal geht, wollte Rieder nicht sagen. Ob man auch das Rathaus verkaufen werde? Rieder: "Es gibt keine Sakralwerte." Ob auch die Gemeindewohnungen an diese Gesellschaft gehen, ist noch offen. Die Wohnungen sind bereits in der Gesellschaft "Wiener Wohnen" ausgelagert. Beim Verkauf der Immobilien gehe es "nicht um die Frage, einmalig etwas für das Budget zu lukrieren, sondern darum, wie man mit Immobilien umgeht", so Rieder.

Auch eine zweite Gesellschaft soll in der Holding Neu entstehen: Eine "Development-Gesellschaft". Derzeit sei die Stadt Wien nicht darauf eingerichtet, Projekte zu entwickeln und zu vermarkten, erklärt Rieder. Das soll Aufgabe dieser Gesellschaft werden. Sie solle auch "die vielen fortschrittlichen Technologien, die die Stadt hat - etwa bei der Abwasserreinigung - vermarkten". Das gehe mit einer Gesellschaft leichter, "als wenn das eine Magistratsabteilung macht". Grundsätzlich wolle er, Rieder, "eine Trennung zwischen den rein gemeinnützigen Betrieben und dem wirtschaftlichen Bereich".

Zur Aufsplittung der alten Wiener Holding und der Gründung der Holding Neu meinte der Finanzstadtrat: Es sei keine Frage, daß die Stadt alle Einrichtungen, die der Gemeinschaft zugute kommen, führe. Aber man müsse auch privatwirtschaftlich denken. Und daher sollten die in der Holding zusammengefaßten Betriebe - "die ja nicht voll privatisiert, sondern nur ausgegliedert sind" - auch privatwirtschaftlich geführt werden.

Derzeit arbeitet der Aufsichtsrat dieser neuen Holding an der Ausschreibung für den Posten des Geschäftsführers.


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