Plankton-Werten und dem Wind auf der Spur

Volvo Ocean Race. Mit dem Startschuß verwandelte sich das offene Meer in einen brodelnden Kochtopf. Die härteste Weltumsegelung - ein Hit für Fans und Wissenschaft.

SOUTHAMPTON. Majestätisch waren die acht Rennyachten Richtung Startlinie übers Meer geglitten, bahnten sich ihren Weg durch den Hafen von Southampton hinaus aufs offene Meer, auf dem sich tausende Boote tummelten. Das Volvo Ocean Race gilt als das härteste Offshore-Rennen für Hochsee-Segler. Jeder wollte dabei sein. Selbst Jet-Ski-Fahrer ließen sich den Start nicht entgehen. Und mit dem Kanonenböller (abgefeuert von Prinz Andrew) verwandelte sich der Ärmelkanal in einen Kochtopf. Die Boote zogen davon - gefolgt von ihren Anhängern, mehrere Meilen lang.

Für die 97 Segler war's nur der Beginn. Bis Kapstadt, dem ersten Zwischenstopp, sind's noch vier Wochen. Das Team SEB (Skipper Gunnar Krantz) lag nach dem ersten Meßpunkt vor Team Tyco (Kevin Shoebridge) und der Illbruck-Challenge (John Kostecki). Ein Detail am Rande, 7000 weitere nautische Meilen warten noch.

Währenddessen kehrte in der Segel-Hochburg Southampton der Alltag ein, wurden Merchandising-Stände in Windeseile abgebaut, zogen Fans wie Medienvertreter zufrieden ab, waren die Docks schließlich menschenleer. Zurück blieb Andreas Hanakamp, der die Agenden des Presse-Chefs weiterführt. Und darüber achtet, "daß alles geregelte Bahnen nimmt". Also PR- wie Medienarbeit funktionieren, "aber auch Daten, die via GPS-System vom Satellit kommen, ausgewertet werden!" Genauer Standort, Crew-Photos der jeweils zwei auf jedem Boot (Bug, Heck) fix montierten Kameras, Meßdaten von Wasser, Wind und Plankton-Werte werden aufgenommen. Denn im Ocean Race allein geht's nicht nur um Ruhm und Ehre, sondern auch um die Umwelt, ein Anliegen vom Hauptsponsor, der sich auch in den Dienst der Forschung stellt mit einem Ocean-Adventure-Projekt.

"Die Segler machen ihren Job oder gehen einfach ihrem Hobby nach", erklärt Renn-Präsident Helge Alten (Nor), "die Syndikate wiederum wollen mit allen Mitteln ihren Bekanntheitsgrad steigern. Wir auch, keine Frage. Doch auch die Wissenschaft wird wichtige Erkenntnisse gewinnen!" Alle Daten werden gespeichert und sollen letztendlich, wenn die Flotte in Kiel am 9. Juni 02 erwartet wird, der Öffentlichkeit präsentiert werden.

www.volvooceanrace.org
www.volvooceanadventure.org


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.