Schwimmen. Vizeweltmeister Podoprigora lieferte Vorschuß mit Sieg in Spitzenzeit über 200m Brust in Brünn.
WIEN (-tzg-). Zweiter Start, zweiter Sieg, dicht am Rekord, Weltklasse bestätigt - Vizeweltmeister Maxim Podoprigora hatte auch im zweiten Kurzbahn-Duell mit dem Tschechen Malek in Brünn nicht nur Oberwasser, sondern schwamm in 2:11,77 Minuten über 200 m Brust eigenen Erwartungen um Sekunden davon. "Ich war überrascht von der Zeit", meinte der stramme Max, der zugab, "daß ich auf dem zweiten 100ter schon müde war." Ansonsten wäre er wohl noch schneller gewesen.
Und alles mitten aus dem vollen Training, das es in sich hat. Trainer Andrzej Szarzynski, der die Podoprigora-Programme erstellt, ist sich dessen bewußt. "Es grenzt an masochistische Arbeit. Aber Max macht es, weil er die Fähigkeit besitzt zu verstehen, daß es notwendig ist - auch wenn er sich kaum bewegen kann!" Wie sieht so ein Training aus, das einem Schwimmer alles abverlangt, mitunter soviel, daß er sich ankotzt? "Zum Beispiel 20 mal 200 m Brust mit 30-Sekunden-Pausen in zwei Teilen, dazwischen 1000 m Nebenlage, um auf die nötigen Kilometer zu kommen." Pro Einheit zwischen fünf und sieben. Dazu kommt Kraftarbeit im Wasser - "mit Gummiseil!"
Aber Max strampelt sich ab und durch, weil er Ziele und Visionen hat, die er erreichen und verwirklichen will. Noch nicht demnächst beim Turnier der Nationen, das er zur Limitjagd für die Kurzbahn-EM in Antwerpen (13. bis 16. XII.) nützt. Die Topform ist für 2002 geplant. Zweimal. "Bei der Kurzbahn-WM in Moskau im April. Und im Sommer bei der EM in Berlin!" Da will Podoprigora, 22, Wiener aus Kiew, der erst beim ASV-Uniqa und Szarzynski zum Schwimmer wurde, nicht nur Medaillen gewinnen. "Der Traum heißt Weltrekord!"
Keine Utopie. Trainer Szarzynski vergleicht die jetzige Leistungskurve mit jener von 1998, als Maxim ("Voriges Jahr war Grundausbildung beim Heer") so trainiert hatte wie heuer. "Da hat er sich von 2:15 auf 2:10 gesteigert - jetzt ist er bei 2:11,77. Aber so einfach kann man nicht wieder fünf Sekunden abziehen." Wäre dem so, wäre Max schon im Weltrekord-Bereich von Ed Moses (USA/2:06,5). Echter Kurzbahn-Spezialist aber sei der Vorzugsschüler keiner, "weil es welche gibt, die beim Wenden akrobatische Fähigkeiten haben - bringt pro Wende bis zu drei Zehntel." Aber kaum einer arbeitet so hart wie Max, der zugibt, "daß es oft weh tut, aber dafür schaut's gut aus." Wer Silber und Bronze im Sack hat, träumt eben vom Gold. Und Weltrekord, der so historisch wäre wie der erste von zwei Vizeweltmeister-Titeln, die Maxim in Fukuoka geholt hat.