MySpace in Baumwolle

Mode. „advancedminority“ bietet Kreativen T-Shirts als Plattform. Am 16. März eröffnet das Label einen Shop in Wien-Neubau.

Träumen Architekten ab und zu in Baumwolle? Und möchten Tätowierer gern mal Stoff statt Haut pieksen? Tja, offensichtlich. Zumindest beruht darauf das Konzept des Wiener T-Shirt-Labels „advancedminority“, das am 16. März in Wien-Neubau seinen ersten Shop eröffnet.

Die Marke stellt kreativen Menschen aller Branchen Leiberln als Plattform zur künstlerischen Selbstdarstellung zur Verfügung. „Unsere Rolle ist vergleichbar mit einem Museumskurator oder einem Schallplatten-Label“, erklärt Constantin Peyfuss, der Erfinder des Konzepts. Nicht die Marke, sondern der jeweilige Designer stehe im Vordergrund. Jedes T-Shirt (à 39 €) informiert über seinen Künstler via Visitenkarte.

„Das Ganze ist wie eine Ausstellung in Progress“, meint Peyfuss. Man könnte auch sagen: Wie „MySpace“ (Internet-Plattform zur Selbst-Präsentation) in Baumwolle. Denn das Internet spielt für das Label überhaupt eine größere Rolle. So entstand der Kontakt zu den internationalen Designern über Online-Netzwerke. Und die Homepage wird künftig zur popkulturellen Diskussionsplattform ausgebaut.

Von Wien nach Barcelona

Ganz so hehr, wie das Konzept klingt, ist es dann aber doch nicht. Denn auch Clubs (Soulsugar) oder Bands (Bunnylake) sind als T-Shirt-Gestalter willkommen. Was damit zu tun haben mag, dass die hinter dem Label stehenden Personen (David und Gabor Merö, Georg Szeless) ursprünglich aus dem Marketing bzw. Event-Management stammen. Von Werbung grenzt man sich aber ab: „Wir würden nichts machen, was zu kommerziell ist“, sagt Szeless.

Der minimalistisch gestaltete Shop in Wien, genannt „Beta-Store“, soll übrigens nur der Anfang sein: Weitere Geschäfte sind noch heuer in Barcelona und Brighton geplant.

advancedminority.com("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.03.2007)

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