Seine früheren Aussagen deutlich relativiert hat am Dienstag FMA-Vorstand Traumüller bei der Befragung im Eurofighter-U-Ausschuss. Der frühere Kabinettchef von Ex-Finanzminister Grasser nahm seine Bestätigung, dass es beim Jet-Produzenten "produktionstechnische Gründe" für die Lieferverschiebung auf 2007 gegeben habe, zurück. Es habe keine Hinweise auf Lieferschwierigkeiten gegeben, so Traumüller.
Im Frühjahr 2003 hatte Traumüller in einem Schreiben an Grasser geschrieben: "Aus produktionstechnischen Gründen halten wir mittlerweile bei einer ersten Lieferung im Mai 2007." Bei seiner letzten Befragung erklärte er dazu laut Protokoll: "Da gab es zunächst die Grundsatzentscheidung, dass 2007 eine Lieferung erst notwendig ist. Und dann hat sich aus produktionstechnischen Gründen das um weitere Monate verzögert. Ich kann es im Detail jetzt leider nicht mehr verfolgen." Heute meinte er "nach nochmaligem Nachdenken", keinerlei Hinweise auf Lieferschwierigkeiten gehabt zu haben.
Diese Worte seien bei den Verhandlungen nie gefallen. Die Firma sei lieferfähig gewesen, "aber man hat sie nicht liefern lassen", so Traumüller. Er bestritt auch die Aussagen von Sektionschef Steger, der gemeint hatte, bei den Vertragsverhandlungen "nicht erwünscht" gewesen zu sein. Dass Steger ausgegrenzt wurde, sei ihm nicht bekannt, so Traumüller.
Die Sitzung wurde nach zehneinhalb Stunden inklusive einer Unterbrechung beendet. Die nächsten Befragungen finden am Donnerstag kommender Woche statt. Die Zeugenliste verspricht Spannendes, geladen sind die PR-Leute Erika und Gernot Rumpold, EADS-Lobbyist Steininger und der Kärntner Landeshauptmann Haider.
Eurofighter hat unterdessen den umstrittenen Werbevertrag der Rumpold-Firma in Höhe von 6,6 Mio. Euro verteidigt. "Das war ein Paket. Die '100% Communications" hat für uns überwiegend andere Aufgaben gemacht. Die Werbung war nur ein Teil", sagte der Sprecher der Eurofighter GmbH, Wolfdietrich Hoeveler, in einem Interview mit der Fachtageszeitung "medianet".
(APA)