Schwerpunkt, schwer verdaulich
Der ORF-Themenschwerpunkt frisst sich wieder durchs Programm. Diesmal, jeder Seher/Hörer weiß es ja, geht's um Ernährung. Was gut passt, weil Frühling ist, also Diätzeit bzw. Zeit für diverse Studien darüber, wer (Mann/Frau/Nation) wie dick und sos.
Jetzt kann man zum Thema Themenschwerpunkt geteilter Meinung sein (Zwangsbeglückung? Bildungsauftrag?), aber eines hat sich schon beim Klima-Special gezeigt: Unterhaltungsfilme gehorchen anderen Gesetzen als Info-Formate, seichtes Entertainment wird also nicht per se besser, weil es sich unter ein aktuelles Label subsumieren lässt. Im Gegenteil: Sprechende Mops-Hunde (Vorwoche) und "Moppel-Ichs" (diese Woche) verleihen dem Gesamtkonzept einen eher bemühten Anstrich. Dabei war "Moppel-Ich", die Geschichte rund um die Radio-Moderatorin einer Diätsendung, die nicht zu ihren Kilos stehen kann, gar nicht so schlecht - sieht man von Längen in der Mitte, Verwirrungen in der Handlung und Kitsch-Showdown ab.
Wirklich schlimm waren nur die schlecht kaschierten Klischees (lustfeindliche Makrobiotiker vs. sinnliche Genießer) und Binsenweisheiten. Wenn Frau Neubauer uns zum Schluss rät: "Fühlen Sie sich wohl in Ihrem eigenen Körper", dann - ja seh. Aber das Gegenteil von gut ist halt noch immer gut gemeint. Und so leicht kann TV-Kost gar nicht sein, dass 90 Minuten Leere nicht schwer im Magen liegen.