Mode. Ninali stellen beim Modepalast ihre Couture-Linie vor.
Irgendwie lag es in der Luft. Nicht in der Wiener, sondern in der kalifornischen. Denn, ehrlich, kann man in Los Angeles Geschäfte machen, ohne dass einen der Duft der Prominenz ein wenig in der Nase kitzelt?
Das österreichisch-persische Designer-Duo „Ninali“ (Nina Kepplinger und Ali Rabbani), deren Mode ab Herbst auch in Los Angeles und San Francisco erhältlich ist, hat es allerdings schon länger gejuckt. Nicht in der Nase, sondern in den Fingern: „Es gab“, sagt Ali Rabbani, „den Drang zu aufwendigeren, extremeren Kreationen.“ Weswegen „Ninali“ ab sofort neben günstiger Mode für den Alltag auch eine kleine Couture-Linie führt. Sie wird erstmals beim Modepalast (13. bis 15. April im Museumsquartier) zu sehen sein und – Stichwort „celebrity dressing“ – vielleicht bald auf dem roten Teppich.
„Wir führen dazu gerade ein paar Gespräche mit Prominenten, zunächst in Österreich und Deutschland“, sagt Rabbani, „Wichtig ist, dass es Leute mit eigenem Stil und guten Geschmack sind, wir drängen uns auch sicher nicht auf.“
Müssen sie auch nicht, denn nicht nur modisch kommt das Label charmant daher: Wenn Rabbani über Mode spricht, ist oft von Herz die Rede. Er weiß, wovon er spricht: Rabbani gab sein Medizinstudium, Kepplinger ihre Ballett-Karriere für die Mode auf: „Es hat uns beiden das nötige Quäntchen zur Perfektion gefehlt.“
Zeit für Eleganz
Seit 2005 arbeiten die Herbststraße-Absolventen „in bester Freundschaft“ und ohne formelle Arbeitsteilung zusammen. Wobei auffällt: Zuletzt entwickelten sich die (Alltags-) Kollektionen weg von Streetwear hin zu mehr Eleganz, die aktuelle „Prendre le temps“ schlägt nicht nur sprachlich, zumindest ein wenig, die Brücke zur Couture. Wie gesagt, irgendwie lag das Ganze in der Luft. Auch in der Wiener.
ninali.at("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.03.2007)