Die niederländische Großbank soll offenen Bieterwettkampf zulassen.
Amsterdam. Der britische „The Children's Investment Fund“ (TCI) droht, die niederländische Großbank ABN Amro zu verklagen. TCI fordert von der niederländischen Bank, einen offenen Bieterwettstreit zuzulassen. Der Bestbieter soll die Bank übernehmen. Bisher verhandelt ABN Amro exklusiv mit der britischen Barclays Bank über eine Fusion.
Die Verhandlungen sollen am 20. April abgeschlossen sein. Am 26. April findet die Hauptversammlung der ABN Amro statt. Der TCI, der nach eigenen Angaben seine Beteiligung an der ABN Amro auf zwei Prozent verdoppelt hat, fürchtet, dass andere interessierte Banken nicht zum Zug kommen könnten, weil sie nicht genügend Zeit haben, um die Bücher zu prüfen. Angeblich sollen auch andere internationale Großbanken Interesse haben, die ABN Amro zu akquirieren. Genannt werden in diesem Zusammenhang immer wieder die amerikanische Citigroup, die Royal Bank of Scotland, die spanischen Großbanken Santander und BVVA, die französische BNP Paribas und der niederländische Allfinanzkonzern ING.
Kritik wegen Performance
ABN Amro betont, dass man die Belange aller Interessenten berücksichtigen wolle. Das Übernahmekarussell rund um die ABN Amro geriet ins Drehen, nachdem TCI das Amsterdamer Kreditinstitut im Februar wegen dessen schwacher Kursperformance in den vergangenen Jahren in einem offenen Brief angegriffen hatte. ABN Amro-Chef Rijkman Groenink trat daraufhin die Flucht nach vorne an und begann exklusive Fusionsverhandlungen mit dem britischen Branchenkonkurrenten Barclays.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.03.2007)