Den „aufgelegten“ Elfmeter verwandelt

Durch den Wirbel rund um die GAK-Insolvenz kamen gleich mehrere Bälle ins Rollen. Für die Politik stürmt einmal mehr Jörg Haider.

In Österreichs Sport gibt es für Politiker sehr viele Möglichkeiten, sich schnell ins rechte Bild zu rücken. Während es einige hartnäckig und kalkulierend vorziehen, ausschließlich erfolgreichen Sportlern via OTS-Meldungen mediengerecht ihre Anerkennung zukommen zu lassen, wählt Jörg Haider unaufhaltsam die direkte Linie. So auch in der Causa GAK, wenngleich ihm der Ball aus Pasching in Form einer angestrebten Fusion zugespielt worden ist.

Welcher Landeshauptmann würde nicht alles dafür tun, so schnell wie möglich wieder einen Klub in der Fußball-Bundesliga zu haben? Obendrein erhält so das neue Schmuckstück am Wörthersee, das EM-Stadion, einen laufenden Spielbetrieb in der höchsten Spielklasse und dient sowohl Kärnten als auch der Euro 2008 als bestes Werbeobjekt für den (Fußball-)Tourismus. Dass das Projekt ausschließlich aus Sponsorengeldern finanziert werden soll, krönt freilich diesen Schachzug.

Je lauter die Schreie der Empörung rund um die GAK-Causa werden und je tiefer der Klagesumpf wird, Haider darf lachen – es betrifft ihn ja nicht. Und von seiner Vision des „FC Kärnten-Neu“ profitiert auch das BZÖ. Diese TV-gerechte Bühne lässt sich kein eloquenter Politiker – trotz aller Turbulenzen, die in Österreichs Fußball wirbeln – nehmen. Schon gar nicht in den werbewirksamen Monaten vor der Euro 2008.

Ob er eine Unzahl von OTS-Meldungen bekommt? Den „aufgelegten“ Elfmeter hat er ja verwandelt. (Bericht: S. 24)


markku.datler@diepresse.com("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.04.2007)

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