Pop

Konzert: Musikalisches bis blutiges Comic-Massaker

Gwar spielen am Dienstag in der Arena.

Seit dem Song Contest im Vorjahr weiß auch eine breitere Öffentlichkeit, dass es Bands gibt, die in schrägen Kostümen auftreten. Dabei sind die finnischen Horror-Rocker „Lordi“ keineswegs die ersten, deren Bühnenpräsenz auf Effekten, Latex-Kostümen und Schaumstoff-Masken beruht.

Gerade im Heavy Metal-Bereich gab es immer wieder derartige Versuche. Man erinnere sich an Alice Cooper, der sich auf der Bühne mit Schlangen umwickeln und enthaupten ließ oder an Kiss, die wegen ihrer fratzenhaften Masken Furore machten. Und dann gibt es da noch Gwar, die seit mittlerweile mehr als 20 Jahren mit ihren bluttriefenden Bühnenshows provozieren. Bei den Konzerten der US-Band werden literweise Kunstblut und andere Flüssigkeiten über das Publikum verteilt, während die Musiker in Alien-Kostümen über die Bühne stolpern. Die Musik, irgendwo zwischen Metal, Punk und Hardcore, spielt dabei nur eine Nebenrolle – auch wenn die Band in punkto musikalische Fähigkeiten zuletzt aufgeholt hat.

Im Vordergrund der von Studenten der Virginia Commonwealth University in Richmond gegründeten Formation rund um Sänger Oderus Orungus steht der Spaß an der Provokation. Und mit ihren Aktionen polarisiert die Band recht häufig. Vor allem in den USA gab es heftige Debatten, Auftrittsverbote und sogar ein Einreiseverbot in Charlotte, North Carolina. Auf der anderen Seite stehen wohlmeinende Kritiken und eine Grammy-Nominierung für das Homevideo „Phallus in Wonderland“.

Mit intellektuellen Höhenflügen oder musikalischen Feinheiten braucht man nicht zu rechnen, wenn die Band in der Arena ihr aktuelles Album „Beyond Hell“ präsentiert. Aber eine ausgelassene Party ist ein Gwar-Konzert jedes Mal.

Inline Flex[Faktbox] INFO("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.04.2007)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.