Börse. Zwei Mrd. Euro schütten die Konzerne heuer aus.
Wien. Ein noch nie da gewesener Geldregen kommt heuer auf Aktionäre der größten börsennotierten österreichischen Unternehmen zu. Laut Berechnungen der Erste Bank und der Raiffeisen Centrobank (RCB) werden die 20 im Wiener Leitindex ATX vertretenen Unternehmen heuer erstmals über zwei Mrd. Euro an ihre Aktionäre ausschütten. Wäre die Bank Austria Creditanstalt nicht im März aus dem Index ausgeschieden, würde dieser Wert sogar 2,6 Mrd. Euro erreichen, sagt Claudia Vince-Bsteh, Analystin der RCB, zur „Presse“. Binnen zwei Jahren haben sich die Dividendenzahlungen der ATX-Werte verdoppelt, binnen vier Jahren sogar vervierfacht, erzählt Erste-Analyst Christoph Schultes.
Aber nicht nur in Österreich zahlen die Unternehmen Rekord-Dividenden an ihre Aktionäre aus. Laut einem Bericht des „Handelsblatt“ werden die 30 größten börsennotierten Konzerne Deutschlands heuer 28 Mrd. Euro an Dividenden ausschütten. Das ist fast ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Einer Untersuchung der Landesbank Baden-Württemberg zufolge schütten 25 der 30 im Frankfurter Leitindex DAX vertretenen Werte für 2006 eine höhere Dividende aus als für das Jahr zuvor. In Österreich trifft dies auf 18 der 20 ATX-Werte zu, wie eine Berechnung der Erste Bank zeigt. Einzig der Sportwettenanbieter Bwin und der seit März neu im ATX befindliche Impfstoffhersteller Intercell zahlen keine Dividende aus.
Höchste Rendite: Telekom Austria
Die Werte mit der höchsten Dividendenrendite, also der Ausschüttung gemessen am Aktienkurs, sind die Telekom Austria mit vier Prozent und die Österreichische Post (3,2 Prozent). Die beiden Unternehmen schütten deutlich mehr als die Hälfte ihres Jahresgewinnes an ihre Aktionäre aus. Konkret gibt die Telekom 63 Prozent und die Post sogar 70 Prozent des Gewinns an die Anteilseigner weiter. Auf Platz drei folgen mit 2,9 Prozent Verzinsung Böhler-Uddeholm, Flughafen Wien und Zumtobel. In Deutschland sind die drei Top-Titel gemessen an der Dividendenrendite die Deutsche Telekom mit 5,73 Prozent Verzinsung, der Stromversorger RWE (4,49 Prozent) und die Deutsche Bank (4,14 Prozent).
Inline Flex[Faktbox] GELDREGEN FÜR AKTIONÄRE("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.04.2007)