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Rücktritt: Malik legt ÖBB-Funktionen zurück

Der Management-Berater verlässt überraschend den Aufsichtsrat.

WIEN (mk). Fredmund Malik, Mehrheitseigentümer des nach ihm benannten Management-Centers St. Gallen und Bestseller-Autor, wird oft als eitel beschrieben. Insofern verwundert es Insider nicht, dass der 62-Jährige seine Funktionen bei den ÖBB am Mittwoch mit sofortiger Wirkung und ohne Angabe von Gründen zurücklegt hat. So erhält er ein wenig Aufmerksamkeit, und nach außen hin ist es wohl es besser, selbst zu gehen als abgelöst zu werden.

Auslöser für den Schritt ist letztlich der Wahlsieg der SPÖ bei den Nationalratswahlen. Mit der Nachbesetzung Maliks ist nicht sofort zu rechnen. Aber noch vor dem Sommer will Verkehrsminister Werner Faymann (SP) offenbar "seine" Aufsichtsräte für Bahn und Straße (Asfinag) gemeinsam der Öffentlichkeit präsentieren.

In den ÖBB könnten daher noch mehrere Aufsichtsräte von Bord gehen: Vor der Ablöse stehen der frühere FP-Justizminister Dieter Böhmdorfer ebenso wie Rüdiger Schender, einst Kabinettchef von Ex-Verkehrsminister Hubert Gorbach, und der frühere FP-Politiker Siegfried Dillersberger. Auch Kelag-Vorstand Hermann Egger, der Safthersteller Franz Rauch und RZB-Vorstand Karl Sevelda könnten ausgetauscht werden. ÖBB-Aufsichtsratspräsident Wolfgang Reithofer hat bereits seine Funktion zur Verfügung gestellt.

Malik zählte zu jenen Bahn-Aufsichtsräten, die im Vorjahr für die größte Aufregung sorgten: Der Manager, der seit März 2004 Mitglied im Aufsichtsrat der ÖBB-Holding und seit August 2004 zusätzlich Vorsitzender des Aufsichtsrates der ÖBB Personenverkehr war, geriet wegen Plänen, Personenverkehrs-Chefin Wilhelmine Goldmann abzusetzen, ins Kreuzfeuer der Kritik.

Als bekannt wurde, dass sein Institut Schulungen für die ÖBB durchführte, entbrannte eine Debatte über Benimmregeln für Aufsichtsräte. Damals sagte Malik: "Verzichten die ÖBB auf mich, machen sie es falsch, weil sie dann keinen Aufsichtsrat haben, der genug versteht, um die schwierigsten Komplexitätsprobleme zumindest fachlich zu verstehen."