Analyse. Credit Suisse empfiehlt Aufstockung: Aktionäre können gelassen in die Zukunft blicken.
FRANKFURT (Bloomberg/red.). Investoren sollten ihre Aktienbestände weltweit erhöhen, empfehlen Strategen der Credit Suisse Group. Sie erwarten, dass die außergewöhnlich günstigen konjunkturellen Rahmenbedingungen die Unternehmensgewinne beflügeln werden.
Die Experten raten, den Gesamtanteil von Aktien an Portfolios auf fünf Prozent mehr zu erhöhen als ein Portfolio-Allokations-Modell empfehlen würde. Nach Ansicht der Credit Suisse sollten Investoren demgemäß nun 65 Prozent ihres Geldes in Aktien anlegen, 28 Prozent in Anleihen und sieben Prozent in bar halten. Empfehlungen für Einzelaktien werden nicht abgegeben.
Das globale Wachstum sei ungewöhnlich umfassend, schrieb das Team um Andrew Garthwaite in einer diese Woche veröffentlichten Analyse. „Die Unternehmen vermeiden weitgehend die Fehler aus dem vorangegangenen Konjunkturzyklus, also hohe Kreditaufnahmen und teure Akquisitionen. Außerdem sei die Geldpolitik weltweit immer noch vergleichsweise locker.“
Auf der ganzen Welt folgen Aktien seit vier Jahren einem Aufwärtstrend. So hat sich der Morgan Stanley Capital International World Index, ein Aktienindex für Titel aus entwickelten Ländern, seit März 2003 mehr als verdoppelt. Allerdings hat der Leitindex während der jüngsten globalen Kurseinbrüche leicht verloren.
Die Strategen der Credit Suisse haben ihre Empfehlung für den Portfolio-Anteil kontinentaleuropäischer Aktien von 20 Prozent Übergewichtung relativ zu einem Referenz-Modell auf fünf Prozent Übergewichtung verringert. Sie begründen diesen Schritt mit einem Zinsrisiko und Hinweise auf steigende Löhne in der Eurozone. Dennoch bleiben sie unterm Strich positiv gegenüber dem Euroraum eingestellt, weil sie die Bewertung der dortigen Aktien für attraktiv und das Potenzial für Restrukturierungen für groß halten.
Aktien aus Schwellenländern sollten dagegen mit 30 Prozent übergewichtet werden, meinen die Experten. Bei britischen Aktien empfehlen sie eine Untergewichtung von fünf Prozent. Japanische Werte sollten nach Ansicht der Credit Suisse weiter mit fünf Prozent untergewichtet werden, US-amerikanische Titel nach wie vor mit zehn Prozent.
Inline Flex[Faktbox] MEHR AKTIEN ins Portfolio("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.04.2007)