Geldflüsse an Luftwaffenchef Erich Wolf könnten den Kauf der Eurofighter noch zum Platzen bringen.
Ist sie jetzt gefunden, die berühmte „smoking gun“, das Beweisstück dafür, dass es beim Eurofighter-Kauf nicht mit rechten Dingen zugegangen ist? Es sieht zumindest ganz danach aus. Erstmals ist eine Zahlung aus dem Umfeld des Eurofighter-Herstellers an einen der wichtigsten Entscheidungsträger im Zusammenhang mit dem Kauf der Abfangjäger nachgewiesen. Die Firma des Luftwaffenchefs Erich Wolf und seiner Frau hat Geld vom Eurofighter-Lobbyisten Erhard Steininger bekommen.
Eigentlich hat ja einschließlich des Verteidigungsministers niemand mehr damit gerechnet, dass eine Abbestellung der Eurofighter noch möglich ist. Doch das wäre ein eindeutiger Ausstiegsgrund, wenn die Zahlungen in Zusammenhang mit der Typenentscheidung stehen. Laut Vertrag liegt die Beweislast jetzt beim Hersteller. Das Unternehmen muss belegen, dass dieser Vorgang nichts mit Eurofighter zu tun hat. Man darf gespannt sein, welches „Marketingkonzept“ – so die offizielle Begründung für die Zahlung – die Firma Wolfs an Steininger geliefert hat. Noch dazu, da Wolf vor dem U-Ausschuss unter Wahrheitspflicht ausgesagt hat, dass seine Firma in der fraglichen Zeit gar keine Geschäfte mehr tätigte.
Was ein bisschen gegen die Theorie der Schmiergeldzahlung spricht, ist die Höhe der Summe. Also bitte, 87.000 Euro: Dafür bekommt man bei Erika Rumpold nicht einmal eine Pressekonferenz. (Bericht: Seite 6)
martin.fritzl@diepresse.com("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.04.2007)