ORF-Reform: Schwächeln im Achten

"MiA"-Quote sinkt, "Extrazimmer" gut besucht.

Nein, er sei nicht unzufrieden mit der Quote von „Mitten im Achten“, so ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz am Donnerstag im Gespräch mit der „Presse“: „Wir haben bei den 12- bis 29-Jährigen zwei Prozent Marktanteil zugelegt.“ Von 29 auf 31%. Weggeschmolzen sind aber die Interessenten aus anderen Zielgruppen: nach 17% Kabel-Sat-Marktanteil (364.000 Zuschauer) waren es am Mittwoch nur 14% oder 289.000.

Am Tag zwei der ORF-Reform schwand die Neugier: Die „ZiB“ hatte 1,05 Millionen (nach 1,125 Millionen) Zuschauer, die „ZiB20“ verlor von 408.000 auf 312.000, „Heute in Österreich“ sahen nach 296.000 nur 261.000 und „Konkret“ sank von 427.000 auf 363.000 Zuschauer. Der Marktanteil des ORF rutschte in der Zeitzone 19–20.15Uhr von 58% (Dienstag) auf 56,1% (Mittwoch) ab.

Die Premiere des „Club2“-Nachfolgers „Extrazimmer“ am Mittwoch um 23Uhr erzielte aber eine für die späte Stunde durchaus respektable Quote von 178.000 oder 21% Marktanteil.

„Vera“ wird „nicht spekulativ“

Am Sonntag läuft am „MiA“-Sendeplatz „Vera exklusiv“ (19.15Uhr, ORF1). Lorenz beschreibt das Infotainmentprogramm mit Vera Russwurm als „semi-aktuell bis aktuell“ und „kein Margret-Dünser-Reloaded“. Man werde zwar dorthin gehen, „wo interessante Menschen sind“ (Folge eins: Rainhard Fendrich in Mallorca), sich aber nicht nur mit bekannten Persönlichkeiten, sondern auch mit Menschen hinter den Schlagzeilen beschäftigen.

Das Format werde „nicht spekulativ“ sein und „keine Menschen entblößen“. Russwurm „will Leute zeigen, die das Leben gut meistern“ – von internationaler Prominenz bis zum „Patienten, der eine Krankheit toll meistert, was Mut macht“. Studio gibt es keines. Publikum auch nicht. Das war für Lorenz ohnehin „nur Staffage“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.04.2007)

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