Credit Suisse empfiehlt japanische Umweltaktien

Analyse. „100 neue Atomkraftwerke geplant“.

Tokio (Bloomberg/red.). Investoren sollten nach Ansicht der Credit Suisse Aktien von umweltfreundlichen Unternehmen kaufen. Der Terminus „Umweltaktie“ dürfte in Japan allerdings anders gesehen werden als hierzulande: Die CS-Experten aus Tokio empfehlen Kernkraftzulieferer wie Toshiba oder NGK Insulator und (wegen des Einsatzes der Hybridtechnologie) Autohersteller wie Toyota oder Honda. „Die Erderwärmung ist eine kostspielige Bedrohung, allerdings bietet sie auch bedeutsame Gelegenheiten“, schreibt Shinichi Ichikawa, Chefstratege bei Credit Suisse in Tokio, in einer aktuellen Studie. Vor allem Unternehmen aus der Kernkraftbranche sollten genauer betrachtet werden.

„Wir behalten vor allem Unternehmen im Auge, die in den Bereichen Atomkraft, Wasseraufbereitung, neue Energien, Automobilbau und Emissionsrechtehandel aktiv sind“, sagt Ichikawa. Aktien mit Bezug zur Kernkraft seien besonders attraktiv, da die Branche das Wirtschaftswachstum unterstütze und den Ausstoß von Treibhausgasen absenke.

Die Atomkraft ist nach Ansicht von Ichikawa die einzige brauchbare Energie, die Öl ersetzen könne und gleichzeitig die Bedingungen Preis, Stabilität und Sicherheit erfülle. Bis 2020 dürften weltweit mehr als 100 Atomkraftwerke gebaut werden. Dagegen können Wind- oder Solarkraft zumindest in den kommenden 20 Jahren nur eine ergänzende Rolle spielen. In der Empfehlungsliste der Credit Suisse finden sich neben den genannten Unternehmen noch unter anderem Kyocera, Mitsubishi, Sharp, Sumitomo, Suzuki und UBE Industries. Generell dürften nach Ansicht Ichikawas japanische Unternehmen von der steigenden Nachfrage aus China profitieren. Schließlich tendiere Beijing immer stärker dazu, die Umweltprobleme in der Region zu lösen.

Die jüngsten Unternehmensmeldungen scheinen die positiven Einschätzungen der Credit Suisse zu untermauern. So wird sich laut Toshiba der Umsatz beim Bau und Instandhaltung von Atomkraftwerken bis 2015 mehr als verdreifachen. Mitsubishi Heavy Industries Ltd gewann im März einen 5,1 Mrd. Dollar schweren Auftrag zum Bau von zwei Reaktoren für TXU in Texas. Die Aktie des Konzerns konnte von dieser Nachricht kräftig profitieren.

Inline Flex[Faktbox] PROFIT durch Kyoto("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.04.2007)

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