Die Rückkehr des Commodore 64

Wehmütig vermisst und von vielen zum Kultobjekt geadelt. Der Commodore 64 schart regelmäßig seine Jünger um sich. Ein Treffen der Fans des Kult-Rechners findet im Lokal "Wiener Freiheit" statt.

Kinder der Siebziger und Achtziger denken immer noch mit etwas Wehmut zurück an damals. Damals, als Computer noch keine lärmende Belüftung brauchten. Damals, als der Rechner noch einfach ein- und ausgeschaltet wurde und nicht langwierig hoch- und heruntergefahren werden musste.

Die Begrüßung verlief wenig pathetisch, ohne Musik und grüne Teletubbies-Hügel im Hintergrund. Lediglich „64K RAM SYSTEM 38911 BASIC BYTES FREE“ stand da in weiß auf blau, gefolgt vom aufmunternden „READY.“ Der Commodore 64 war der erste Computer, der als Massenphänomen in Kinderzimmern auftrat und Gesprächsthema Nummer eins in der Schulklasse war. Spiele wie „Giana Sisters“ und „Winter Games“ fesselten stundenlang vor dem Fernseher (genau, eigene Monitore waren damals auch noch nicht notwendig), aus Computerzeitschriften wurden kleine Basic-Programme noch Zeichen für Zeichen abgetippt.

Mystisch verklärtes Objekt

Und obwohl der Rechner weniger Leistung aufwies als heutzutage jedes durchschnittliche Mobiltelefon hat, wurde er von seinen Benutzern geliebt und bis ins kleinste Detail ausgereizt. Als der technische Fortschritt den kleinen Heimcomputer schon ein paar Mal überrundet hatte, blieb er immer noch ein mystisch verklärtes Kultobjekt.

Und nachdem jedes Kultobjekt auch Jünger hat, die ihm huldigen, finden schon seit mehreren Jahren regelmäßige Treffen statt, in denen mit den alten Maschinen gearbeitet und gespielt wird. Auch heuer findet das Commodore Meeting wieder statt – an einem absolut prädestinierten Ort: Das Lokal „Wiener Freiheit“ hat noch zwei C64 in Betrieb, einen für die Buchhaltung, einer steuert die Lichtanlage.

Der Eintritt ist frei, die Preise sind moderat und interessante Hardware darf gerne mitgebracht werden. Genau, denn da gab es ja auch noch andere Commodore-Computer, man denke nur an den Amiga. Aber das ist eine andere Geschichte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.04.2007)

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