"Dorfers Donnerstalk": Arbeitslos? Ab ins Eisbärenfell!

Alfred Dorfer lästert ab sofort live und hat "viel Freude" am neuen Bundeskanzler.

Was hat ein Kabarettist an Bundeskanzler Alfred Gusenbauer? „Viel Freude“, glaubt man Alfred Dorfer. „Rot-Schwarz ist in satirischer Weise genauso animierend wie Schwarz-Blau“, meint der Kabarettist im Gespräch mit der „Presse“ – auch wenn die paar neuen Gesichter „mit Ausnahme von Frau Kdolsky eher unauffällig sind“.

Kanzler, Vizekanzler & Co. werden Dorfers Ergüsse jedenfalls über sich ergehen lassen (müssen), denn „Dorfers Donnerstalk“ wird ab heute, Donnerstag, live gesendet (21.05Uhr, ORF1) – Verschiebungen der Sendung wie 2005 vor der Wien-Wahl sind dann nicht mehr möglich. Ob sich jetzt jemand fürchten muss? „Wir müssen uns schon ans ORF-Gesetz halten. Natürlich könnte ich eine dreiminütige Schimpftirade loslassen – aber dann nicht mehr lange“, zeigt sich Dorfer realistisch. Und schließlich sei „die Humorauffassung der deutschen Privatsender, wo Satire mit Diffamierung verwechselt wird“, ohnehin nicht die seine. „Unseren Rahmen steckt die Klagbarkeit – daran halten wir uns gern.“

Vierzig Minuten lang wird Dorfer heute in der Cselley-Mühle (sein Stammplatz, das Audimax an der Uni Wien, ist zur Sendezeit belegt) über 100 Tage „Dreamteam in der Regierung“, die Kuba-Krise der Bawag, die Bedeutung von Golfturnieren für die Luftraumüberwachung und die Dialektik des Alfred Gusenbauer lästern und „neue Ideen für Langzeitarbeitslose präsentieren“: rein ins Eisbärenfell, ab ins Zoogehege – Knut zeigt, wie's geht. Stermann & Grissemann, Günther Paal, die Synchronisationsakrobaten „maschek“, Lukas Resetarits und Steffi Dworak sind mit von der Partie. Tagesaktuell – etwa auf die „ZiB“ – reagieren wird Dorfer aber nur in seiner Stand-Up-Comedy. Ob ihm der Stegreif Stress bereitet? „Im Gegenteil. Für mich ist das reizvoll.“

Dass der „Donnerstalk“ jetzt nur noch monatlich läuft, sei eine Entlastung: „Für eine wöchentliche Sendung gibt es zu wenig Stoff. Ich müsste wohin abbiegen, wo ich nicht hin will: Ich müsste Prominente, die Seitenblicke-Gesellschaft miteinbeziehen.“ Den neuen ORF will Dorfer noch nicht kommentieren. „Der ist noch zu jung. Aber wir werden eine Sondersendung machen.“ Und der „Super-Alex“ wird auch kommen.

Inline Flex[Faktbox] DORFERS DONNERSTALK("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.04.2007)

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