Konrad Gröller, 32, Partner Freshfields Bruckhaus Deringer.
Und gibt es irgendetwas, was in Ihrem Leben nicht gelungen ist?“ Diese Frage drängt sich beim Interview mit Konrad Gröller förmlich auf. Er ist der jüngste Partner, der je bei der weltweit agierenden Anwaltssozietät Freshfields Bruckhaus Deringer ernannt wurde. Am Wiener Schottengymnasium maturierte der heute 32-Jährige mit ausgezeichnetem Erfolg (im Ranking: Top ein Prozent). An der Universität Wien schloss er sein Jusstudium nach vier Jahren als Nummer eins seines Jahrgangs ab. Noch dazu hat er bereits zwei Töchter (3 und 1).
„Ich habe mein Leben durchaus genossen, habe meine Nächte während des Studiums auch auf der Piste verbracht, ich brauche einfach nicht mehr als vier Stunden Schlaf“, klingt es fast entschuldigend, aber durchaus überzeugend aus dem Mund des lockeren High-Flyers.
Praktika absolvierte er während des Studiums in den Sommermonaten bei McKinsey, Nestlé und Mayr-Melnhof. Aber er nahm sich auch Zeit für große Reisen nach Papua Neuguinea, Australien oder Südamerika. Bei Freshfields hat er sich, wie es sich für einen richtigen Senkrechtstarter gehört, sehr bald auf das Anwaltsmodethema der Stunde, Mergers & Acquisitions, spezialisiert. Sein Fokus liegt auf außerbörslichen M&A-Deals und Private Equity, aber auch im Public M&A war er aktiv tätig (etwa in der Beratung der UniCredit Group beim Take-over der BA-CA). „In diesem Geschäft gibt es kein Alltagsleben, wir werden immer dann geholt, wenn es spannend wird“, meint der selbstbewusste Sohn des ehemaligen Mayr-Melnhof-Vorstandsvorsitzenden Michael Gröller.
Ehrgeiz und wirtschaftliches Verständnis wurden bereits in den Kinderschuhen geweckt. Unter den für Fairness sorgenden Augen des Vaters mussten die vier Brüder etwa ihre Fahrräder untereinander verkaufen. Der älteste Bruder werkt heute bei Morgan Stanley, der jüngere ist Geschäftsführer bei Schiebel Elektronische Geräte. „Ohne Fleiß geht es nicht, Ehrgeiz gehört dazu, wichtig ist Interesse und konsequente Zielverfolgung“, so der Erfolgsverwöhnte. [FB]
("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.05.2007)