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Australien: Klonverbot aufgehoben

Victoria ist der erste Bundesstaat Australiens, in dem Klonen zu Forschungszwecken erlaubt ist.

Melbourne. Die australische Großstadt Melbourne hat ihre Rolle als australisches Zentrum der Stammzellenforschung aufgewertet: Das Oberhaus des Staatsparlaments von Victoria verabschiedete ein stark umstrittenes Gesetz, welches das therapeutische Klonen von menschlichen Embryos für therapeutische Zwecke zulässt.

In der emotionell geführten Debatte hatten Gegner des Gesetzes vor einer „Wiederholung der historischen Fehler in Deutschland unter den Nazis“ gewarnt. Dass das Gesetz die erforderliche Stimmenmehrheit erhielt, lag vor allem daran, dass die Abgeordneten nach ihrem Gewissen und nicht unter Fraktionszwang stimmen durften. 23 Abgeordneten stimmten für die Novelle des „Gesetzes über die Behandlung der Unfruchtbarkeit“, 16 dagegen.

Gesundheitsministerin Bronwyn Pike erklärte, Victoria stünde jetzt „in der vordersten Reihe der medizinischen Forschung in der Welt“. Victoria ist der erste Bundesstaat Australiens, in dem Klonen zu Forschungszwecken erlaubt ist.


Freude unter Medizinern

Besondere Freude herrscht in den Medizinerkreisen in Melbourne. Nachdem 2002 etliche Wissenschaftler Australien enttäuscht verlassen hatten, weil das Forschungsklonen verboten worden war, herrscht nun Jubel. Die Forscher könnten nun wieder zurück in ihre Heimat kommen.

Neue Hoffnung auf Linderung erhalten außerdem vor allem tausende Australier, die an Krankheiten wie Alzheimer, Diabetes und Krebs leiden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.05.2007)