Nur wenige Tiere erhalten eine Feuerbestattung, der Großteil kommt in die Tierkörperbeseitigung.
WIEN.Was macht man eigentlich, wenn das Haustier stirbt? Ein toter Zierfisch wandert oft einfach in die Toilette, aber wie sieht es mit größeren Tieren aus? Nun, selbst wenn ein eigener Garten vorhanden ist, dürfen Hund, Katze & Co in Wien nicht einfach begraben, sondern müssen an die Tierkörperbeseitigung übergeben werden.
Rund 5000 Hunde und 6400 Katzen langten hier im Jahr 2006 ein, daneben auch noch zahlreiche kleinere Haustiere wie Meerschweinchen oder Hamster, aber auch landwirtschaftliche Nutztiere. Immerhin 160 Pferde, 59 Schafe, 14 Ziegen und fünf Rinder nahm man 2006 in Empfang.
„Im Normalfall werden die Tiere auf Sammelfahrten durch Wien abgeholt“, sagt Leiter Alfred Deim. Üblicherweise vergehen nach einem Anruf maximal 24 Stunden. Privatpersonen müssen für dieses Service nicht einmal etwas bezahlen.
Die Kadaver werden am Standort in Simmering in Großcontainern gesammelt und danach zur burgenländischen Tierkörperbeseitigung überstellt. Dort werden sie durch Erhitzen sterilisiert und zu Tiermehl oder Tierfett verarbeitet. Das so gewonnene Material wird etwa in der Entsorgungs- oder Zementindustrie verwendet. Futtermittel oder Seife werden daraus nicht mehr gewonnen – „seit BSE ist das verboten“, so Deim.
Zugegeben, ein allzu attraktiver Gedanke ist es nicht, das Haustier als Material zu betrachten, das entsorgt werden muss. Daher gibt es auch eine Alternative, die dem Stellenwert der Haustiere besser entsprechen dürfte: Seit 1992 können sie im Wiener Tierkrematorium verbrannt werden.
„Die Einäscherung erfolgt einzeln, die Besitzer können dabei sein“, erklärt Geschäftsführerin Sabine Simek. Bei rund 1000 Grad Celsius werden die Tiere zu Asche, zuvor wird den Angehörigen die Möglichkeit zum Abschiednehmen gegeben – in einem eigenen Aufbahrungsraum mit Stühlen und Rednerpult. „Das gibt es durchaus, dass kleine Ansprachen gehalten werden“, sagt Simek.
80 bis 100 Tiere werden pro Monat eingeäschert, hauptsächlich Hunde und Katzen, aber auch Meerschweinchen, Hasen und Ratten. Die Asche wird in Urnen (s. Bild) abgefüllt. „Die meisten stellen die Urne daheim auf, andere vergraben sie im Garten“, erzählt Simek. Und die Kosten? Urnen gibt es zwischen 36 und 132 Euro, die Einäscherung selbst richtet sich nach dem Gewicht des Tieres – 72 Euro bis 2 Kilogramm, ab 30 Kilo werden 498 Euro fällig.
Für die Wissenschaft
Und was passiert mit toten Tieren im Schönbrunner Zoo? „Der größte Teil geht an die Pathologie der Uni für Veterinärmedizin“, sagt Zoo-Tierarzt Thomas Voracek. Nachdem sie untersucht wurden, wandern sie oft in Museen – zumindest die Hülle. Die Reste landen, so wie der Großteil der Haustiere, bei der Tierkörperbeseitigung.
www.tkb-wien; www.wtk.at("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.05.2007)