Ein Glas Schampus mit Briatore

Flavio Briatores „Billionaire Club“ ist die elitärste Adresse der Insel.

Olbia. Dass an der Costa Smeralda Stars, Jet-Set und Multimilliardäre zu finden sind wie Sand am Meer, liegt freilich nicht nur an der guten Luft. Sardinien lockt mit Flair, Ruhe und exklusiven Geschäften und Clubs. Vor allem zieht es die Reichen und Schönen nach Porto Cervo: Diesen Trend konnte selbst die 2004 von der Insel-Regierung „verhängte“ Luxussteuer für Landungen von Privatjets und das Anlegen von Yachten nicht stoppen.

Der Tourismus blüht, auch weil vor der Hauptsaison unter anderem Sportklassiker wie Giro d'Italia und die Rallye-WM beste Werbung für Land und Leute machen. Als eigentlicher PR-Träger aber wirkt ein Mann, den die ganze Welt kennt und auf Society-Seiten beinahe täglich sieht: Formel-1-Guru Flavio Briatore. Der 57-Jährige betreibt in Porto Cervo den Nobelschuppen „Billionaire Club“ und allein der Name ist Programm und sagt schon alles.

Der vornehme Klub setzt auf Klasse, Fantasie und viel Geld. Für 100 Euro darf man in die alte, innen komplett renovierte Villa eintreten, sofern man „auserwählt“ wird. 600 Euro kostet eine Flasche Champagner, 60 Euro ein Longdrink und hier steppt, wer Rang und Namen hat. Also lassen es sich unter anderem Rod Stewart, Eva Cavalli, Lenny Kravitz, Ivana Trump und der Hausherr selbst gut gehen.

Wie im Film und doch real

Für Formel-1-Parties werden nur Kaviar, Hummer und reichlich „Schampus“ bestellt und um tunlichst keinen Gedanken an Bescheidenheit zu verschwenden, wird jede Saison die Innendekoration geändert. Nur die eingeflogenen Sofas aus Kenia werden nicht ausgetauscht. „Flavio will es, den Gästen gefällt es und daher ist der Billionaire Club der exklusivste Platz auf der ganzen Insel“, verrät Briatores Presse-Agentin Alessandra Cicogna. „Bei uns fühlt man sich wie im Film, du trinkst neben Denzel Washington oder Phil Collins und plauderst mit Alessandro del Piero. Alles ist real und jeder zeigt sich von seiner privaten Seite, ohne Allüren. Bei uns ist jeder ein Billionaire!“

Jeden Abend würden sich vom 22. Juni bis zum 8. September an die 1000 Gäste auf Tanzflächen, Restaurant oder am Pool amüsieren und wer Glück hat, „sieht auch Flavio. Er ist immer hier, wenn er keinen Stress mit der Formel 1 hat.“ Und wenn doch, kommt manchmal gleich die ganze Renault-Equipe mit in den Club.

Natürlich trifft sich die Elite im „Dom-Perignon-Room“ oder wenn es der Anlass verlangt wie Italiens Fußball-WM-Titel, wird gleich der ganze Club in Gold gehüllt. „Marcello Lippi war nach der WM hier, und diese Gold-Party hat alles überboten, was es je gegeben hat“, sagt Cicogna und man ist geneigt, es ihr angesichts der Dimensionen des Lokals und der Geldspangen locker zu glauben.

Dass Renault und Briatore in der Formel 1 derzeit wenig zu feiern haben, tut den Vorbereitungen für die Feierlichkeiten im Billionaires Club keinen Abbruch: Der Bestand der 7-Liter-Champagnerflaschen „Methusalem“ wurde vor dem Formel 1-Grand Prix in Monaco am kommenden Wochenende vorsichtshalber verdoppelt: Sicher ist sicher.

WM-LAUF AUF SARDINIEN

www.billionaireclub.itManfred Stohl (Citro«n) liegt beim WM-Lauf auf Sardinien trotz Problemen mit der Lenkung auf Rang 10. Zur Zwischenführung fuhr der finnische Privatfahrer Jari-Matti Latvala (Ford) vor Vizeweltmeister, Markenkollege und Landsmann Marcus Grönholm.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.05.2007)

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