Putin
Der starke Mann Russlands
Als der damalige russische Präsident Boris Jelzin 1999 einen wenig bekannten Mann namens Wladimir Putin zum Ministerpräsidenten machte, spotteten Moskauer Zeitungen, der Neue habe "den Charme eines getrockneten Haifisches".
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Mittlerweile ist Kritikern wie Medien das Spotten vergangen. Putin folgte Jelzin Ende Dezember 1999 in das Präsidentenamt, gewann zwei Präsidentenwahlen, führt mit unerbittlicher Härte Krieg in Tschetschenien und lenkt das Riesenreich erfolgreich mit harter Hand.
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Nach den gelegentlich chaotischen Phasen der Jelzin-Ära galt Putin dem Westen als Garant für Stabilität und als zuverlässiger Gesprächspartner.
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Doch mit seiner Energiepolitik, seiner Gängelung der Medien und seiner Politik gegenüber Nachbarn verstörte der russische Präsident zuletzt auch seine westlichen Partner.
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Das schlechte Verhältnis zwischen Russland und der EU hatte sich beim Gipfel in Samara bestätigt. Das Treffen kann nur deshalb als Erfolg gesehen werden, weil es überhaupt stattfand. "Wir brauchen einander, also müssen wir miteinander reden", erklärte die Ratsvorsitzende Angela Merkel.
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In Russland ist Putins Popularität ungebrochen. Viele Russen empfinden ihn als Glücksfall in der wechselhaften Geschichte ihres Landes. In Umfragen zu den bedeutendsten Russen liegt Putin auf Platz vier hinter Zar Peter dem Großen, Dichter Alexander Puschkin und dem eigentlich aus Georgien stammenden Diktator Stalin. Im Bild:Putin trägt den schwarzen Gürtel.
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Der sportlich auftretende Präsident besticht durch Vitalität, Durchsetzungskraft und in der Regel gepflegte Umgangsformen. Wenn er wütend wird, kann Putin gelegentlich in den Jargon seiner Jugendzeit verfallen.
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Den tschetschenischen Rebellen beispielsweise drohte er bei Amtsbeginn, sie bis auf die "Latrine zu verfolgen und dort kaltzumachen". Im Bild: Putin mit Action-Star Jean-Claude Van Damme
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Putins Popularität lässt sich auch damit erklären, dass er keineswegs als korrupt gilt. Westliche Medien versuchten mehrfach, ihm krumme Geschäfte aus seiner Petersburger Zeit nachzuweisen. Doch Beweise blieben aus.
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Sportlich und agil: Seit seiner Jugend betreibt Putin Kampfsport - erst Boxen und schließlich Judo. Außerdem schwimmt und reitet er. Im Bild: Putin (unten) als junger Mann.
Putin liebt aber auch das Skifahren, ein Hobby, das ihn immer wieder nach Österreich geführt hat. Im Bild: Putin mit Thomas Klestil.
Ein wenig rätselhaft bleibt der rasante Aufstieg des am 7. Oktober 1952 in St. Petersburg (damals Leningrad) geborenen Buben aus armer Familie. Putin diente nach dem Jus-Studium 17 Jahre im sowjetischen Geheimdienst KGB und war von 1985 bis 1990 als Agent in der damaligen DDR stationiert. Seine jüngere Tochter Katja wurde in Dresden geboren.
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Nach dem Zerfall der Sowjetunion arbeitete Putin unter dem Reformer Anatoli Sobtschak im St. Petersburger Rathaus. Dann stieg er in Moskau innerhalb von drei Jahren vom Kreml-Beamten über die Leitung des Inlandsgeheimdienstes FSB bis zum Ministerpräsidenten auf. Jelzin machte ihn zu seinem Nachfolger.
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Nachdem Putin kein drittes Mal zu den Präsidentschaftswahlen antreten durfte, hat er sich einen Nachfolger auserkoren - Dmitrij Medwedjew wurde der nächste Präsident, Putin Regierungschef. Und die Macht im Staat? Die bleibt bei Putin.
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