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Treibhausgase: USA bekämpfen Merkels Klimaschutz-Initiative

Die deutsche Kanzlerin will beim G8-Gipfeltreffen die Weichen für ein Nachfolge-Abkommen zum Klimaschutz-Protokoll von Kyoto stellen. Die USA betrachten den Klimawandel bloß als "langfristiges Thema".

Die USA kämpfen gegen eine Klimaschutz-Initiative der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel beim G8-Gipfeltreffen. Aus einem Entwurf für das Abschlusskommunique des Gipfels Anfang Juni geht hervor, dass die US-Regierung einen dringenden Aufruf zu Gesprächen über ein neues Abkommen zur Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen streichen will. Das Papier lag der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vor.

Statt der beanstandeten Passagen wollen die USA, dass die G8-Staaten die Antwort auf den Klimawandel als "langfristiges Thema" bezeichnen. Diese Politik erfordere "eine Vielfalt von Ansätzen", die die verschiedenen Ausgangsbedingungen der beteiligten Länder berücksichtigten.

China und Indien einbinden

US-Präsident George W. Bush stellte im Reuters-Interview zudem klar, dass eine Herangehensweise weltweit nur dann effektiv sein könne, wenn die größten Umweltverschmutzer China und Indien eingebunden würden. Auf die Frage, ob er mit einer Einigung zu dem Thema bei dem Gipfeltreffen rechne, sagte Bush: "Es ist zu früh, das zu sagen. Ich würde es hoffen. Ich hoffe, dass wir eine Einigung auf einige grundlegende Prinzipien bekommen werden."

In dem auf April datierten Entwurf spricht sich die US-Regierung auch dagegen aus, den Energieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent zu senken und die Effizienz in Verkehr und Energieerzeugung entsprechend zu steigern. Darüber hinaus lehnen die USA eine Vereinbarung ab, die Erderwärmung auf zwei Grad in diesem Jahrhundert zu begrenzen und den Ausstoß von Kohlendioxid um 50 Prozent bis 2050 zu reduzieren.

Merkel will als amtierende Präsidentin der Gruppe der sieben führenden Industriestaaten und Russlands (G8) bei dem Gipfeltreffen in Heiligendamm die Weichen für ein Nachfolgeabkommen zum Klimaschutzprotokoll von Kyoto stellen. Auf der UNO-Klimakonferenz in Indonesien im Dezember soll ihrem Willen zufolge mit einem Anschlussvertrag Planungssicherheit für die Wirtschaft geschaffen werden. (Ag.)