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Biotreibstoff mit ökologischem Makel

Biotreibstoffe sind nicht unbedingt umweltfreundlicher als fossile Treibstoffe. Schweizer Wissenschafter haben eine ökologische Gesamtbilanz gezogen.

Bei Biotreibstoffen besteht ein ökologischer Zielkonflikt. "Nicht alle Biotreibstoffe sind per se mit einer Reduktion der Umweltauswirkungen im Vergleich zu fossilen Treibstoffen vebunden": Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Versuchsanstalt im Auftrag der Bundesämter für Energie, Umwelt und Landwirtschaft. Dabei wurden alternative Treibstoffe vom Anbau über die Verarbeitung bis zur Nutzung ökologisch bewertet.

Zwar verursachen Biotreibstoffe etwa ein Drittel weniger Treibhausgase als Benzin oder Diesel. Beim Anbau und bei der Verarbeitung der Rohstoffe wie Mais oder Soja fallen jedoch andere Umweltbelastungen an und drücken so auf die Gesamt-Ökobilanz.

Die Umweltbelastungen durch Biotreibstoffe reichen von Überdüngung und Versauerung des Bodens, über mechanische Bodenbearbeitung bis hin zur Brandrodung von Urwäldern. Diese verursachen große Mengen CO2 und verschmutzen die Luft durch Ruß, Stickoxide oder Dioxine. Außerdem stehe die landwirtschaftliche Energienutzung in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion sowie anderen Landnutzungen, so die Studie weiter.

"Im Gegensatz zu den fossilen Brennstoffen lassen sich die Umweltauswirkungen von Biotreibstoffen aber durch gezielte Maßnahmen deutlich verringern", heißt es in der Studie. So könnten Strenge Zertifizierungsrichtlinien das Problem der Brandrodung von Regenwald mindern. Die beste Ökobilanz weist die energetische Nutzung von Abfall, Reststoffen und Holz auf. (Red.)