Experten raten Handy-Kunden, sich aktiv um neuen Tarif zu bemühen.
Strassburg. „Es dürfte noch vor den Ferien ein Wettbewerb um neue Angebote einsetzen“, hofft Paul Rübig. Der ÖVP-Europaabgeordnete war federführend an den Verhandlungen über die EU-Verordnung zu Handy-Auslandtarifen (Roaming) beteiligt. Doch Rübig verweist darauf, dass sich die Konsumenten vor dem Urlaub selbst aktiv um einen günstigen Handy-Tarif bemühen sollten. Sonst kämen die Betreiber in Versuchung, die Übergangsfrist bis Herbst voll auszuschöpfen.
Wer gleich ab Juli von den gesenkten Tarifen profitieren will, muss sich an seinen Betreiber wenden, empfiehlt auch SPÖ-Europaabgeordneter Hannes Swoboda. Die Betreiber werden nämlich verpflichtet, innerhalb eines Monats eine Umstellung auf den neuen Euro-Tarif vorzunehmen, wenn Kunden das wünschen. Erst nach drei Monaten erfolgt eine automatische Umstellung.
„Wir erwarten aber, dass sich die Handy-Betreiber nicht so lange Zeit lassen“, so Rübig. Um keine Kunden zu verlieren, dürften sie bereits im Juli – zu Beginn der Urlaubssaison – ihren Kunden günstige Tarifvarianten vorlegen.
Tarife mehr als halbiert
Die vom Europaparlament heute, Mittwoch, verabschiedete Regelung, sieht vor, dass Handy-Anrufe im Ausland von durchschnittlich 1,15 Euro pro Minute auf vorerst 0,49 Euro, nach drei Jahren auf 0,43 Euro für aktive Gespräche sinken müssen. Bei Gesprächsannahme im Ausland zahlt man künftig nur noch 0,24, in drei Jahren dann 0,19 Euro pro Minute. Nicht betroffen von der neuen Regelung sind Kunden, die bereits einen günstigen Auslandtarif haben, etwa mit Businesstarif oder Vodafone Passport.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.05.2007)