Das Geld der Tanktouristen

Die Umleitung der Tanktourismus-Millionen in einen Umweltfonds wäre intelligent – und hat deshalb wohl keine Chance auf Realisierung.

Und jetzt zur Millionenfrage: Einer, der viel Geld für Treibstoff in Österreich lässt, den damit produzierten Dreck aber anderswo in die Luft bläst ist a)ein seltener Glücksfall für das Land und seinen Finanzminister oder b) ein mieser Tanktourist, der uns in die Kyoto-Bilanz spuckt und möglichst schnell mittels Steuererhöhungen vertrieben gehört?

Viele grünbewegte Politiker und praktisch alle Umweltorganisationen tippen auf „b“ – und outen sich damit als Kurz-Denker. Sie haben sich beispielsweise noch wenig Gedanken darüber gemacht, ob wirklich die Emissionen aus dem Verkehr in den vergangenen Jahren in Österreich geradezu explodiert, in Deutschland aber gleichzeitig zurückgegangen sind. Oder ob das bloß an der etwas schwachsinnigen Zurechnung laut Kyoto liegt. Und sie glauben deshalb, dass es der Umwelt hilft, wenn Jahr für Jahr 900 Tanktouristen-Steuermillionen von Wien nach Berlin und Rom umgeschaufelt werden, ohne dass deshalb weniger CO2aus den Auspuffen kommt.

Da tut es gut, einmal einen intelligenten Vorschlag zu hören: Die Wirtschaftskammer-Forderung, einen Teil der Tanktourismus-Einnahmen in einen Fonds zu stecken und damit wirkliche Umweltprojekte – etwa die Hausdämmung – zu finanzieren, ist zwar nicht ganz neu, bringt aber dem Land und der Umwelt was. Und hat damit wohl wenig Chancen auf Realisierung. Denn das würde ja heißen, dass Sachlichkeit in die Umwelt-Diskussion käme. (Bericht: Seite 26)


josef.urschitz@diepresse.com("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.05.2007)

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