G8
Die G8 im Wandel
Mit Tony Blair und Wladimir Putin geben gleich zwei Schwergewichte der Gruppe der Acht dieser Tage in Heiligendamm ihre Abschiedsvorstellung. Der britische Premierminister Blair tritt bereits drei Wochen nach dem Gipfel ab. Der Nachfolger des russischen Präsidenten Putin soll im März 2008 gewählt werden. Mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe sind zwei Neulinge dabei.Im Bild: Die Staats- und Regierungschefs bei ihrem Trefen im vergangenen jahr in St. Petersbrug.
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Die deutsche Bundeskanzlerin wird als Gastgeberin in Heiligendamm ihren bisher wohl wichtigsten außenpolitischen Auftritt haben. Der Erfolg des Gipfels wird daran gemessen werden, inwieweit sie ihre ehrgeizigen Klimaziele auch bei den Staats- und Regierungschefs der weltweit führenden Industrienationen durchsetzen kann.
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Merkel hatte im vergangenen Jahr in St. Petersburg ihre G8-Premiere. Nach der Wahlniederlage von Segolene Royal in Frankreich bleibt sie die einzige Frau in dem Achterclub.
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Bush kennt die Ostseeküste bereits: Im vergangenen Jahr besuchte er Merkel in ihrem Wahlkreis rund um die Hansestadt Stralsund. Den gemeinsamen Grillabend im ehemaligen DDR-Vorzeigedorf Trinwillershagen, bei dem ihm ein deftiger Wildschweinbraten aufgetischt wurde, dürfte ihm noch gut in Erinnerung sein.
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Für den US-Präsidenten ist der zweitägige Aufenthalt an der Ostsee Teil einer längeren Europa-Reise. Vor Heiligendamm macht er in Tschechien Station, anschließend geht es weiter nach Polen. Die Reiseroute gilt vor dem Hintergrund des Rüstungsstreits mit Russland als heikel. In Polen sollen zehn US-Abwehrraketen und in Tschechien ein Radarsystem stationiert werden.
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Einige Beobachter sind sich noch nicht ganz sicher, ob es tatsächlich der letzte G-8-Gipfel Putins sein wird. Aber der russische Präsident hat mehrfach beteuert, dass er keine Verfassungsänderung plant, um sich doch noch eine weitere Amtszeit zu ermöglichen. Putin hat an acht G-8-Gipfeln teilgenommen.
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Im vergangenen Jahr richtete er den ersten auf russischem Boden in seiner Heimatstadt St. Petersburg aus. Vor dem Hintergrund des mit scharfen Worten geführten Streits über das US-Raktenabwehrsystem wird das erste Zusammentreffen Putins mit Bush seit langer Zeit mit Spannung erwartet.
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Nach dem Auszug Jacques Chiracs aus dem Pariser Elysee-Palast ist Tony Blair das erfahrenste G8-Mitglied. Für ihn ist es der elfte, aber gleichzeitig auch der letzte Gipfel. 2005 war Blair Gastgeber im schottischen Gleneagles und sorgte damals maßgeblich dafür, dass die weit reichenden Beschlüsse zum Ausbau der Afrika-Hilfe zu Stande kamen.
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Am 27. Juni scheidet Blair aus dem Amt. Vorher wird er noch einen weiteren wichtigen Auftritt auf der internationalen Bühne haben: Am 21. und 22. Juni reist er zum EU-Gipfel nach Brüssel, bei dem es um das weitere Vorgehen in Sachen EU-Verfassung gehen wird.
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Der neue französische Präsident wird beim G8-Gipfel seinen ersten großen Auftritt auf dem internationalen Parkett haben. Sarkozy hat das höchste Staatsamt erst am 16. Mai übernommen und als eine der ersten Amtshandlungen EU- und G8-Präsidentin Merkel in Berlin besucht.
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Der Sprung ins kalte Wasser der großen Acht dürfte Sarkozy liegen. Der Konservative gilt als ungeduldiges Energiebündel.
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Der japanische Ministerpräsident ist der zweite Neuling beim G8-Gipfel. Er wurde vor acht Monaten Nachfolger von Junichiro Koizumi und wird im kommenden Jahr Gastgeber der Achtergruppe sein.
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Vom 7. bis 9. Juli 2008 werden sich die Staats- und Regierungschefs am See Toya auf der nordjapanischen Insel Hokkaido treffen. Auch dann soll der Umweltschutz eines der Hauptthemen sein. Der in einem Naturschutzgebiet gelegene, malerische See sei genau der richtige Ort, um über solche Themen zu sprechen, sagt Abe.
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Der italienische Ministerpräsident ist der Senior in der Gruppe. Im vergangenen Jahr vertrat er Italien nach seiner neuerlichen Wahl zum Ministerpräsidenten erstmals wieder in dem exklusiven Club.
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In seiner ersten Amtszeit von 1996 bis 1998 hatte er aber bereits drei Mal an den Gipfeln teilgenommen, und als Präsident der EU-Kommission war er auch schon sechs Mal dabei. Von 1996 bis 1998 Neben Blair, Bush und Putin zählt er damit zu den erfahrenen Gipfelteilnehmern.
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Der kanadische Ministerpräsident nimmt zum zweiten Mal an einem G8-Gipfel teil. Er ist diesmal das jüngste Mitglied der Gruppe.
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Harper hatte seine Konservative Partei, deren Vorsitzender er ist, Anfang 2006 bei den Parlamentswahlen nach 13 Jahren wieder zur stärksten Kraft in Kanada gemacht. Außenpolitisch versucht er seit seinem Amtsantritt, das Verhältnis zu den USA wieder zu verbessern.
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Die EU nimmt seit 1978 an den G8-Gipfeln teil. Sie wird durch den EU-Kommissions-Präsidenten und den amtierenden Ratspräsidenten vertreten. Da Merkel G8- und EU-Ratspräsidentin in Personalunion ist, wird mit Kommissionspräsident Barroso diesmal nur ein EU-Vertreter zusätzlich anreisen.
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