Das ÖOC sperrte 13 ÖSV-Betreuer, Ärzte und Serviceleute für Olympia. Es eröffnen sich somit zwei Perspektiven: Neubeginn oder Untergang.
Österreichs Olympisches Komitee hielt Wort und setzte die von der Internationalen Dachorganisation geforderten Maßnahmen nach den Doping-Vorfällen bei den Spielen in Turin 2006 um. Dreizehn ÖSV-Trainer, Ärzte und Serviceleute erhalten in Hinkunft vom ÖOC keine Akkreditierung mehr. Damit wurde ein Zeichen gesetzt, aber auch übers Ziel hinausgeschossen. Es trifft unter Garantie auch Unschuldige.
Sowohl der späte Zeitpunkt – 15 Monate danach – als auch das letztlich auslösende Moment erregen die Volksseele. Bedurfte es wirklich erst drohender Worte der Olympia-Granden, damit sich Österreich der Tragweite dieser Affäre bewusst wird? Warum wurde nicht viel früher „reagiert“? Hätten ÖOC respektive ÖSV auch ohne Ausschluss-Androhungen solch eine Handlung gesetzt? Sinnvoller wäre es freilich gewesen, rechtzeitig die IOC-Fakten zu akzeptieren. Aber ist mit dieser Form der „Sippenhaftung“ ein Fehlverhalten von sechs Einzelpersonen wirklich gesühnt?
Österreichs Langlauf und Biathlon stehen somit vor schweren Zeiten. Wird das ÖOC-Urteil auch im Weltcup umgesetzt, hätten beide Sportarten im Handumdrehen keine Betreuer mehr. Somit bleiben nur noch zwei Varianten offen: Der Untergang oder der von „höherer Macht“ erwünschte Neubeginn, eventuell mit Know-how aus dem Ausland. Aber mitsamt der Hoffnung, dass das Doping-Gespenst verscheucht wäre. (Bericht: S. 9)
markku.datler@diepresse.com("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2007)