Weltbank
Robert Zoellick wird neuer Weltbank-Chef
Der ehemalige US-Vizeaußenminister Robert Zoellick soll Paul Wolfowitz als Weltbank-Chef nachfolgen. Zoellick ist ein enger Weggefährte von US-Präsident George W. Bush.
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Zumindest bei den Europäern dürfte der neue Mann, ein ausgewiesener Europa-Experte, jedoch wesentlich besser ankommen als Vorgänger Wolfowitz.
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Dieser hatte seinen Rücktritt zum 30. Juni erklärt und damit die Konsequenzen aus der Gehalts-Affäre um seine Freundin gezogen.
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Traditionell besetzen die USA die Weltbank-Spitze, während die Schwesterorganisation Internationaler Währungsfonds (IWF) in der Hand der Europäer ist.Die Weltbank soll den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt weniger entwickelter Staaten durch Finanzhilfen, Beratung und technische Hilfe fördern. Sie vergibt pro Jahr Mittel in Höhe von rund 20 Mrd. Dollar.
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Wird Zoellick ein offenes Ohr für die Sorgen der armen Länder haben? Zoellick gilt laut "spiegel.de" als loyaler Republikaner, aber nicht als Hardliner. Er wird als perfektionistisch, jedoch pragmatisch beschrieben. Hardliner verspotten ihn deshalb gern als "Internationalist".
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Kritisch äußerte sich der republikanische Senator Barney Frank zur Nominierung von Zoellick: "Ein zweiter hochrangiger Außenpolitiker aus der Bush-Regierung in Folge an der Weltbank-Spitze – ich denke, das ist ein Fehler."
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Der heute 53-Jährig hat in den vergangenen 20 Jahren innerhalb der US-Regierung Karriere gemacht - auch wegen seiner engen Beziehung zur Familie Bush. In den ersten vier Jahren unter Präsident George W. Bush brachte er als Handelsbeauftragter die Verhandlungen mit China und Taiwan über deren Aufnahme in die Welthandelsorganisation WTO zum Abschluss.
Reuters (Jason Reed)
Zu Beginn von Bushs zweiter Amtszeit wechselte Zoellick ins Außenministerium. Die Berufung des ausgewiesenen Europa-Experten ins State Department wurde damals als Signal für die Bemühungen des Präsidenten gesehen, die durch den Streit um den Irak-Krieg schwer belasteten transatlantischen Beziehungen wieder zu stärken.
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Im Januar 2005 nominierte ihn der US-Präsident zum Vizeaußenminister. Am 22. Februar trat er das Amt im Außenministerium unter Condoleezza Rice an.Im Bild: Zoellick mit Benita Ferrero Waldner.
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Im Juni 2006 wechselte Zoellick vom Weißen Haus zur Wall-Street-Investmentbank Goldman Sachs. Grund dafür war Medienberichten zufolge, dass er von Präsident Bush nicht zum Nachfolger des Finanzministers John Snow ernannt wurde.
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Zoellick, einer der erfahrensten Außenpolitik- und Wirtschaftsexperten in Washington, hatte sich bereits nach der Wiederwahl von Präsident George W. Bush 2004 Hoffnungen auf ein Spitzenamt gemacht, sollte damals aber Außenministerin Rice den Rücken freihalten. Den Wunsch, als Nachfolger James Wolfensohns die Weltbank zu leiten, machte damals Paul Wolfowitz zunichte.
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Zoellick war unter anderem Vermittler der US-Regierung bei den Gesprächen zur Beendigung der Krise im Sudan und auch Chefdiplomat in Verhandlungen mit China.Im Bild: Zoellick in der Krisen-Region Dafur.
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Zoellick arbeitete bereits für den Vater von George W. Bush. Er war enger Vertrauter des ehemaligen US-Außenministers James Baker in der Zeit der deutschen Wiedervereinigung, des ersten Kriegs gegen Saddam Hussein und des Kollaps der UdSSR.Im Bild: Zoellick pflanzt einen Baum in Banda Aceh, das 2004 stark von der Tsunami-Katastrophe betroffen war.
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