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Niederlage für Walfangländer

EPA (Jeremy Sutton-Hibbert)
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Mit 37 zu vier Stimmen wurde ein weltweites Jagdverbot beschlossen. Japan droht mit dem Verlassen der Internationalen Walfangkommission.

Vor einem Jahr hatte sich die Internationale Walfangkommission (IWC) in einer Erklärung noch mit einer Stimme Mehrheit für eine Wiederaufnahme des Walfangs ausgesprochen. Bei der 59. Jahrestagung am Donnerstagabend in Alaska setzten sich die Gegner des kommerziellen Walfangs mit 37 zu vier Stimmen durch. Das weltweite Jagdverbot auf große Meeressäuger wird beibehalten. Es wurde betont, dass auch der Handel mit Walfleisch und anderen Teilen der Wale weiter verboten sei.

Die Walfangländer boykottierten das Votum, als sich ihre Niederlage abzeichnete. Die neuen IWC-Mitglieder Zypern, Griechenland, Kroatien, Slowenien und Ecuador, die sich der Walfangkommission 2006 anschlossen, sorgten für die Wende zu Gunsten der Walschützer.

Unter dem Druck der Walschützer zog Japan kurz vor Tagungsende den wegen Stimmenmangels zum Scheitern verurteilten Antrag zurück, auch japanischen Küstenbewohnern das Recht auf den Walfang zur Existenzsicherung zu gewähren. Dieser so genannte Subsistenzwalfang erlaubt einigen Ureinwohnern, eine begrenzte Anzahl von Walen zum eigenen Verzehr zu jagen. Dagegen halten die Walschützer, dass der Lebensstandard in japanischen Küstenorten nicht vergleichbar mit dem der indigenen Völker in Alaska, Grönland und Russland sei.

Sonderrecht für Grönländer

Den Ureinwohnern Grönlands wurde aber eine höhere Abschussquote zugestanden. Grönländer dürfen bis zur nächsten Jahrestagung 200 Zwergwale, Finn- und Grönlandwale erlegen. "Hier wird ein doppeltes Spiel gespielt", sagte einer der Leiter der japanischen Delegation, Akira Nakimae. Die unterschiedliche Behandlung von Nationen mit Walfangtraditionen zeige, dass die IWC nicht mehr funktioniere.

Rückzug Japans?

Es sei sehr gut möglich, dass Japan seine Rolle in der Walfangkommission von Grund auf überdenke, kündigte Nakamae an. Möglicherweise werde sein Land sich sogar aus der Kommission zurückziehen "und eine neue Organisation gründen", sagte Nakamae.

Japan nützt ein rechtliches Schlupfloch, indem es jährlich etwa tausend Wale zu "wissenschaftlichen" Zwecken jagt und das Fleisch anschließend verkauft. Japan und Island sind die einzigen Länder, die zu wissenschaftlichen Zwecken Wale fangen. (Ag.)