Sind Autofahrer die "Melkkühe der Nation"?

APA (Helmut Fohringer)
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Laut einer Studie des Verkehrsclub Österreich verursacht der Pkw-Verkehr 11 Milliarden Euro an Kosten.

Sind Autofahrer wirklich die "Melkkühe der Nation" oder zahlen andere für die Verkehrs-Kosten? Laut einer Studie des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) verursacht der Pkw-Verkehr etwa 11 Milliarden Euro an Kosten. 4,75 Milliarden Euro - oder 44 Prozent der Kosten - trägt er über verkehrsspezifische Steuern, Abgaben und Mauten davon selbst. Beim Lkw-Verkehr schaut die Bilanz noch schlechter aus. Nur 36 Prozent der 5,7 Milliarden Euro an Kosten werden auch von den Verursachern bezahlt. Dabei seien laut VCÖ die Staukosten noch gar nicht mit eingerechnet. 

Die untersten Einkommensschichten würden laut VCÖ besonders draufzahlen. "Die zehn Prozent der reichsten Österreicher geben mehr für ihr Auto aus, als die ärmsten zehn Prozent zum Leben haben", so VCÖ-Experte Martin Blum am Freitag. Er brachte als Beispiel die Pendlerpauschale: Weniger als fünf Prozent der unselbstständig Erwerbstätigen mit einem Einkommen unter 10.000 Euro im Jahr erhalten die Pendlervergütung. Bei Personen mit einem Verdienst von über 200.000 Euro seien es hingegen fast 18 Prozent.

In die eigene Tasche wirtschaften

Und während für die berufliche Benützung der Öffis nur das Ticket refundiert wird, könnten Pkw-Vielfahrer durch das Kilometergeld "noch in die eigene Tasche wirtschaften", rechnete Blum vor. 

Sowohl ÖAMTC wie ARBÖ betonten, dass die Autofahrer die Infrastrukturkosten mehr als bezahlen würden. Durch diese Überdeckung seien auch die externen Kosten wie Unfall- und Umweltschäden abgedeckt. Mineralölsteuer, Kfz-Steuern, Normverbrauchsabgabe, Versicherungssteuer, Mehrwertsteuern und Mauten sowie sonstige Gebühren und Abgaben werden sich im Jahr 2007 auf rund 11,7 Milliarden Euro belaufen, so der ÖAMTC.

Lkw teurer als Bahn?

Der VCÖ kritisierte außerdem, dass die Bahn auf dem gesamten Streckennetz "Infrastrukturbenützungeentgelt" - also Maut - bezahlt. Für Lkw ist hingegen nur die Benutzung der Autobahnen und Schnellstraßen kostenpflichtig. Würden die gesamten 5,7 Milliarden Euro an von Lkw verursachten Kosten auch tatsächlich von den Betreibern beglichen werden, wäre die Beförderung von einer Tonne Fracht mit dem Lkw für die Allgemeinheit drei Mal so teuer als mit der Bahn.  

Der Verkehrsclub fordert eine kilometerabhängige Maut statt der Vignette sowie eine City-Maut. Auch müsse die Förderpolitik überdacht werden. So sei etwa die "Stellplatzverpflichtung", die bei Neubauten die Errichtung von Autoabstellplätzen vorschreibt, kontraproduktiv. Damit fließen Autokosten in die Wohnaufwendungen, wo wieder Nichtauto-Besitzer für die motorisierten Mitbürger zum Handkuss kommen. (APA/Red.)

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