"Zweites Tschernobyl": BNP Paribas finanziert bulgarisches AKW

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Elf Banken lehnten die Finanzierung des AKWs ab. Die französische Bank gewährt nun Kredite in Höhe von 250 Mio. Euro. Umweltschützer warnen.

Umweltaktivisten haben am Dienstag gegen die geplante Finanzierung des bulgarischen Atomkraftwerks Belene durch die französische Bank BNP Paribas protestiert. In fünfzehn Ländern sollten laut einer Aussendung Proteste stattfinden, auch vor der BNP-Filiale der Bank in der Wiener Innenstadt. Anlass ist der heutige Welt-Umwelttag.

Standort in einer Erdbebenregion 

Der Standort des AKW liege in einer Erdbebenregion und mit dem unbekannten Reaktortyp gebe es keine Erfahrung, heißt es in dem Schreiben von Umweltschutzorganisationen und Atomgegnern. Das AKW sei "eines der gefährlichsten Atomkraftwerke Europas".

Elf Banken lehnten Finanzierung ab 

"Ein Projekt wie das AKW Belene zu finanzieren, heißt, ein zweites Tschernobyl zu riskieren", sagte Silvia Hermann, Antiatom-Sprecherin der Umweltschutzorganisation Global 2000. Elf Banken haben die Finanzierung des AKWs den Aktivisten zufolge bereits abgelehnt, darunter die Deutsche Bank, Unicredit und Credit Suisse. Bei der Finanzierung durch BNP Paribas soll es um einen Kredit in Höhe von 250 Millionen Euro gehen.

Mit dem Bau der zwei Reaktorblöcke wurde nach Angaben der Aktivisten 1987 begonnen. 1991 wurden die Arbeiten nach finanziellen Problemen und Bürgerprotesten eingestellt. 2002 wurde von der bulgarischen Regierung der Entschluss gefasst, das Projekt wieder aufzunehmen, wofür auch ein Euratom-Kredit beantragt werden soll. (APA)

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