Seelenretter.
Den Grunge-Überlebenden Mark Lanegan an Bord zu haben, kann Wunder wirken: Zuletzt veredelte er Songs der Queens Of The Stone Age und der Twilight Singers, war Duettpartner von Isobel Campell. Nun rückt sein raues und doch zartes Organ die zuvor wenig bekannten Briten Soulsavers ins Scheinwerferlicht. Allein der Opener des gemeinsamen Albums zählt zum Berührendstem des Jahres: Zu einem schleppend-scheppernden Beat, begleitet von einem Gospel-Chor, singt, ja, fleht Lanegan „Lord, Let There Be A Revival Tonight“, umspült von einer warmen, mächtigen Orgel. Gänsehautalarm! Groß auch die Coverversion von Neil Youngs „Through These Sails“ gemeinsam mit Will Oldham oder das rumpelnde „Paper Money“. Musik zum Nachhausegehen und -kommen nach einer langen Nacht, zwischen Soul, Country und Hinterhof-Trip-Hop. Und zum Finale rettet nochmals die gespenstisch schöne Orgel geschundene Seelen – herrlich!