ProAm: Wer einen Rasenziegel "aushebt"

Colin Montgomerie
Colin MontgomerieGepa
  • Drucken

Platz-Analyse und gemütliches Plaudern beim Spiel der Profis und Amateure.

Selbst Colin Montgomerie hält Golf mitunter für ein dummes Spiel. Markus Brier ging am Champions-Abschlag der ersten Spielbahn in Position, nahm Maß und holte aus, doch plötzlich brach er die Bewegung ab. "Jetzt hätte ich ganz vergessen, schönes Spiel zu wünschen", sagte er entschuldigend zu seinen Mitspielern beim ProAm. "Sonst hätte ich jetzt gar nicht richtig spielen können."

Dafür war der Sieger des Colin Montgomerie-Invitational danach umso besser bei Schlag. So wie Joakim Haeggman. Der Schwede, dreifacher Sieger auf der European Tour, hatte für das ProAm ganz nebenbei auch sein bestes Deutsch ausgepackt. Als Ex-Skispringer und "World Sports Award"-Organisator Hubert Neuper 70 Meter vor dem Grün gemeinsam mit dem Ball auch einen gewaltigen Rasenziegel durch die Luft jagte, meinte Haeggman trocken: "Das beste Wiener Schnitzel, das ich je gesehen habe." Da konnte sich Emirats Airline-Chef Martin Gross ein Lachen nicht verbeißen.

Haeggman erwies sich während der schweißtreibenden Stunden auf dem Kurs überhaupt als Entertainer: Wurde gerade nicht gespielt, sang er für seinen Flight alte "Pop-Hadern". Weniger musisch ging es bei Paul Broadhurst zu. Der Ryder-Cup-Spieler 1991 war ganz ins Kurs-Studium vertieft. Da blieb ihm kaum Zeit zum Plaudern mit Investor Ernst Scholdan, WAZ-Manager Andreas Rudas und Ex-Tennis-Crack Peter Feigl.

Good shot, bad shot

Auch Colin Montgomerie war konzentriert bei der Sache. "Mr. Nice Guy" lobte BA-CA-Vorstand Robert Zadrazil bei jedem guten Schlag mit einem "good shot". Wenn einmal ein Stroke nicht so gut gelangt, meinte er nur: "You know, golf is a silly game."

Entspannt verlief auch der "Presse"-Flight mit Richard Bland. "Dass dir der Pro weiß Gott was für Tipps gibt, ist ein Märchen", so Werbe-Profi Michael Wanz, Sohn von Catcher-Legende "Big Otto", "der rauft ja selbst damit, auf dem Platz heimisch zu werden." Also habe man Bland Zeit gegeben, mit seinem Caddie "in einem fürchterlichen Dialekt zu mauscheln und alles zu erzählen", erzählten Harald Gärtner (Wella) und Sportartikel-Experte Erwin Müller jun. "Wenn er beim Turnier schlecht spielt - an uns liegt es nicht." Hauptsache, die Frisur passte ...

Nicht zufrieden mit ihrem Spiel war Ex-Ski-Star Michaela Dorfmeister: "Gute Schläge kann ich an einer Hand abzählen", meinte sie frustriert, nachdem sie sich am abschließenden Loch einmal mehr in eine knifflige Bunker-Position gebracht hatte. Da halfen auch Anleitungen von Jarmo Sandelin wenig. "Die Roughs sind so hart, wennst einmal drinnen bist, kommst nicht mehr raus." Sie fand später trotzdem noch nach Hause.


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.