Australier Green gewann Austrian-GolfOpen

GEPA Pictures (Roittner)
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Der australische Linkshänder Green verhaute das 18. Loch und triumphierte doch noch im Stechen gegen den Franzosen Jean Francois Remesy. Superstar Jimenez wurde frustrierter Dritter.


OBERWALTERSDORF. Alles schien schon entschieden, ehe sich die Ereignisse überstürzten. Mit einem Drei-Putt am 18. Loch hatte der Australier Richard Green sozusagen mit Links die erste Siegeschance vergeben, ehe er im Stechen mit dem Franzosen Jean Francois Remesy doch noch als Brier-Nachfolger triumphierte. Aber auch dabei gab es ein Drama, als sich der Franzose in eine schier aussichtslose Lage am 1. Extra-Loch gebracht hatte. Trotzdem wirkte Green, der ideal zur Fahne gelegen war, geradezu geschockt, als ihm Remesy die Hand schüttelte, um zu signalisieren: Rien ne va plus bei mir, du hast schon gewonnen. Da atmete Green durch, ehe er von Fontana- und Magna-Chef Sigi Wolf die Diamanten-Siegestrophy überreicht bekam.

Erster Sieg seit zehn Jahren

Für Green war's der erste Sieg seit zehn Jahren, damals in Dubai, damals auch im Stechen gegen Greg Norman und Ian Woosnam. In Fontana allerdings hatte sich der Linkshänder von Anfang an in seinem Element gefühlt und schon Donnerstag prophezeit, „dass ich hier gewinnen kann!“ Er selbst allerdings machte sich das Leben so schwer, dass er in die Verlängerung musste. „Es war zu dumm am 18. Loch, einmal da knapp vorbei, dann dort. So ist eben Golf“, erklärte er das Bogey, das ihn ins Stechen gezwungen hatte. „Aber ich hab es abgehakt und mir gesagt: Gibt dir eine zweite Chance, du kannst sie nützen!“ Der Durchbruch, um mehr zu gewinnen? „Ich bin seit Jahren vorn dabei, ich war so dicht dran so oft, jetzt hab ich endgültig diese Linie überschritten.“


Hätte nicht ein Fotoapparat geklickt am 18. Grün, wer weiß, ob nicht der sentimentale Favorit aller Fans, der 43-jährige Rotzopf und Zigarrenfreak Miguel Angel Jimenez das Stechen ebenfalls erreicht und womöglich seine zweijährige Sieglosigkeit in Fontana beendet hätte. „Das hat mich aus der Konzentration gebracht“, meinte Jimenez. „Ich bin aber vor allem enttäuscht, weil bis zum letzten Loch die Chance da war zu gewinnen!“ Dabei wäre die Ausgangsposition für ihn, im vorletzten Flight die Spitze zu attackieren, ideal gewesen und sein Spielplan auch aufgegangen. Schade, dass er das Play-off nicht erreicht habe, meinte er aber achselzuckend. „Es war leider nicht genug.“

Gentleman mit Sportsgeist

Aber Jimenez zog sich nicht in den Garderobe-Schmollwinkel zurück, sondern kam zur Siegerehrung. Ein andalusischer Frauen-Betörer, der aber auch ein Gentleman mit Sportsgeist vom Scheitel bis zur Sohle ist. Auch sein Ärger über die verpasste US-Open-Qualifikation ist längst verflogen. „Jetzt werde ich einmal eine Woche lang ausspannen, ganz ohne Golfschläger.“


Schlaggleich mit Jimenez waren noch der Schwede Michael Jonzon und der Brite Chris Gane, der sich in Österreich stets wohl fühlt. Auf der Challenge-Tour hatte Gane bereits in Murhof (2001) gewonnen und zweimal davor schon in Fontana, ebenfalls Challenge-Tour, gespielt. „Ich liebe dieses Land und diesen Platz!“ Seinen 33. Geburtstag hatte er zwei Tage vor dem Turnier-Abschlag beim Heurigen nahe Baden gefeiert. Hätte er die erste Runde besser gespielt als vier über Par (75), hätte er auch gewinnen können.

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