Citigroup, UBS, Deutsche Bank und Morgan Stanley müssen sich wegen ihrer Mitschuld an der Pleite des Mailänder Unternehmens vor Gericht verantworten.
Im Verfahren um die Milliarden-Pleite des italienischen Nahrungsmittelkonzerns Parmalat kommen nun die Banken des Konzerns ins Visier der Justiz. Vier internationale Großbanken müssen nun sich wegen ihrer Rolle in der Parmalat-Pleite vor Gericht verantworten. Das hat ein Mailänder Untersuchungsrichter am Mittwoch beschlossen.
Am 22. Jänner 2208 wird der Prozess gegen die Citigroup, UBS, Deutsche Bank und Morgan Stanley eröffnet. Den Banken wird vorgeworfen, Anleihen von Parmalat emittiert zu haben, obwohl sie bestens über die finanzielle Misere des Unternehmens informiert waren. Hunderte von geprellten Anlegern forderten, als Zivilkläger am Verfahren teilnehmen zu können.
Parmalat-Geschäftsführer Enrico Bondi, der den Konzern einem Sanierungsprozess unterzogen hat, macht die Banken für den Zusammenbruch des Milchproduzenten mitverantwortlich. Obwohl die Banken lange vor der Pleite des Konzerns im Dezember 2003 über die Schieflage Parmalats informiert gewesen waren, hätten sie aber trotzdem ihren Kunden zum Kauf von Parmalat-Anleihen geraten, sagte Bondi.
Parmalat war unter einem erdrückenden Schuldenberg zusammengebrochen, nachdem die Konzernführung um den Gründer Calisto Tanzi jahrelang Bilanzen gefälscht hatte. Der Prozess gegen Tanzi und weitere Manager ist seit einem Jahr in Mailand im Gange. (Ag./Red.)